Lexikon

Handwörterbuch der Textilkunde aller Zeiten und Völker für Studierende, Fabrikanten, Kaufleute, Sammler und Zeichner der Gewebe, Stickereien, Spitzen, Teppiche und dergl., sowie für Schule und Haus, bearbeitet von Max Heiden, Stuttgart 1904

Gesamtindex
Eintrag: Wollendruck
Wollendruck, d. h. das Bedrucken von Wollenstoffen mit Mustern, ist erst gegen das Ende des 17, Jahrhunderts aufgekommen. Man legte den Stoff zwischen zwei genau aufeinander passende Formen, in welche dasselbe Muster ganz durchbrochen eingeschnitten war, goss auf die obere Form eine heisse Farbenbrühe, welche an den durchbrochenen Stellen den mit Weinstein und Alaun präparierten Stoff durchdrang und unten wieder abfloss (s. Golgasdruck). Bei dem, früher besonders in Mülhausen im Elsass angewandten, Berilldruck (s. d.) bediente man sich heisser Messingformen und Farben, welche mit Beizen und Stärke oder Gummi verdickt waren; da diese Verdickungsmittel nicht wieder entfernt wurden, lagen die Farben erhaben auf: erhabener Druck. Im Jahre 1810 fing man in Sachsen an, die aufgedruckten Farben durch Dämpfe zu fixieren, mittels heisser Walzen usw., später durch Wasserdampf. Diese Methode ist dann im Laufe der Zeit vielfältig ausgebildet und verbessert worden. S. Zeugdruck