Pinakothek der Moderne
80333 München
Barer Str. 40

Karl Bohrmann Innenräume – Außenräume | Zeichnungen 1991-1998

Laufzeit: 14. Dezember 2007 bis 25. Februar 2007

Als Maler, Zeichner, Fotograf und Komponist von Neuer Musik hinterließ Karl Bohrmann (1928-1998) ein umfangreiches Œuvre, das seine komplexe künstlerische Ausrichtung beeindruckend dokumentiert. Sein zeichnerisches und malerisches Werk ist von Zyklen und Variationen bestimmt und steht im faszinierenden Spannungsfeld von Figuration und Abstraktion. Dem Medium der Zeichnung galt dabei die große Leidenschaft des Künstlers.

In dem beinahe unendlich anmutenden zeichnerischen Werk Karl Bohrmanns erscheint die Anzahl der Themen zunächst eng umgrenzt: Stuhl, Tisch, Fenster, Gefäß, Raum, Haus, Baum und Frauenfigur. Die aktuelle Ausstellung konzentriert sich auf diese Werkgruppen der letzten Lebens- und Schaffensjahre Karl Bohrmanns.

In den selten ausgestellten Zeichnungen reflektiert der Künstler die kaum lösbare Spannung zwischen Subjekt und Objekt in der Verzahnung mit dem umgebenden Raum. Jedes Motiv erfährt in den umfangreichen Blattfolgen seine Variationen. Immer wieder aufs Neue verändert Bohrmann das an sich Gleiche. Und doch ist jedes einzelne Blatt einmalig und birgt für sich seine ganze Welt.

In knapp definierte Umräume platziert werden all seine Sujets am Ende zu Landschaften. Es sind letztlich innere Landschaften, um die es Bohrmann in seinen sehr zarten, gleichzeitig dezidiert gesetzten Bildweiten geht. Der prozesshafte Charakter seiner Linienführung wird zudem durch Bohrmanns zeichnerische Reaktion auf Gegebenheiten des verwendeten, oftmals durch Spuren vorheriger Nutzung bereits geprägten Papiers, mit Rissen, Knicken, Schriften und Flecken hervorgehen.

In schriftlichen Notizen kommentierte und hinterfragte Karl Bohrmann immer wieder seine künstlerische Position. Diese Gedanken sind, ebenso wie seine Zeichnungen, von überraschender Einfachheit und Komplexität zugleich. Selten nur formuliert Bohrmann hier kategorische Manifestationen. Der Künstler sieht sich vielmehr in der Rolle des Suchenden und (Selbstbe-)fragenden, immer darauf bedacht, jede künstlerische Festlegung zu vermeiden: »Was man macht, muß fraglich sein, wird fraglich bleiben. Und doch muß das selbstverständlich, ohne Zögern, ohne Fragen gemacht sein«.

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Kategorien:
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