Deutsches Historisches Museum
10117 Berlin
Unter den Linden 2, Zeughaus

Parteidiktatur und Alltag in der DDR

Laufzeit: 30. März 2007 bis 29. Juli 2007

Achtzehn Jahre nach dem Mauerfall befördert der wachsende zeitliche Abstand zum Ende der DDR eine breite Diskussion zu den vielfältigen Aspekten des Lebens in diesem Staat. Hat der Film Florian Henckel von Donnersmarcks mit Ulrich Mühe „Das Leben der Anderen" die Stasi-Problematik nach Hollywood und weltweit in die Diskussion gebracht, unternimmt die Ausstellung „Parteidiktatur und Alltag in der DDR“ den Versuch, die Grenzverläufe zwischen staatlicher Einflußnahme durch Ideologie und Unterdrückung einerseits und individueller Lebensgestaltung andererseits aufzuzeigen und Fragen aufzuwerfen. Mit der Ausstellung, die aus den umfangreichen Sammlungsbeständen des Hauses schöpft, engagiert sich das DHM in der Debatte um die historische Bewertung der DDR.

Die Ausstellung will den kontextuellen Zusammenhang von Diktatur und Alltag zeigen, das Wechselverhältnis von Herrschaft und Gesellschaft, die gegenseitige Abhängigkeit von Partei und Bevölkerung. Die individuelle Gestaltung des alltäglichen Lebens wird unter dem Gesichtspunkt der staatlichen Einflußnahme durch Ideologie und Unterdrückung betrachtet und reflektiert so die Erfahrungen der Menschen in und mit der Diktatur. Die Menschen und ihr Alltag stehen daher im Mittelpunkt der Ausstellungskonzeption.

Zur räumlichen Veranschaulichung repräsentiert die Anordnung der Exponate des DHM in der Ausstellungshalle von I.M. Pei zwei grundlegende Bereiche des menschlichen Lebens auf zwei Etagen: im 1.OG die Arbeitswelt, im 2. OG die private Sphäre. Diese Zentren sind von Themeninseln umgeben, die Inhalte wie Massenorganisationen, Jugend und Alter, aber auch Staatssicherheit und Opposition aufgreifen.

Die Vielgestaltigkeit der Ausstellung präsentiert das breite Spektrum der Sammlungsbestände des Deutschen Historischen Museums zur Geschichte der DDR, die hier mit selten gezeigten Exponaten vom Einkaufsnetz bis zum Gemälde Wolfgang Mattheuers, von der Sandmännchenpuppe bis zum Kübelwagen der Grenztruppen in einer Auswahl vorgestellt werden. Den Grundstock dieser Sammlung, die zu den umfangreichsten dieser Art zählt, bilden die vom Museum für Deutsche Geschichte/DDR übernommenen Bestände.

Neben Objekten, die ein marxistisch-leninistisches Geschichtsbild vermitteln sollten, gehören hierzu auch viele Alltagsgegenstände, die in Folge eines Aufrufes des Museums 1990 unter dem Motto „Die DDR gehört ins Museum“ von der Bevölkerung in die Sammlung eingebracht wurden.

Katalog: Katalogheft mit ca. 170 Abbildungen und 244 Seiten für Euro 14.- und ein didaktisches Begleitheft.

Kategorien:
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