Das Mammut vom Vogelherd zu Gast im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren

Laufzeit: 01. November 2007 bis 04. November 2007

Im Sommer 2007 begeisterte eine neu entdeckte Mammutskulptur aus der Vogelherd-Höhle die Medien. Eine Präsentation des Fundes in der Öffentlichkeit war ursprünglich erst für die kommende große Landesausstellung zur Eiszeitkunst 2009 geplant. Nun ist es aber doch früher möglich, einen der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahre selbst in Augenschein zu nehmen.

Neben einer Kurzpräsentation am Fundort Niederstotzingen und im Archäologischen Landesmuseum Konstanz ist das Mammut und die ebenfalls neu entdeckte Löwenplastik vom
1. bis 4. November 2007 im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren zu sehen. Für den erwarteten Besucheransturm wurden die Öffnungszeiten erweitert. Das Museum hat in dieser Zeit von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Die eiszeitlichen Kunstwerke vom Vogelherd stammen aus dem altsteinzeitlichen Technokomplex des Aurignacien, der in Süddeutschland zwischen 40.000 und 30.000 Jahre alt ist. Zusammen mit anderen figürlichen Darstellungen aus dem Hohlenstein-Stadel im Lonetal, und dem Geißenklösterle und Hohle Fels im Achtal, gehören die Schnitzereien vom Vogelherd zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit. Vor 40.000 Jahren erreichte der anatomisch moderne Mensch Europa und verdrängte dabei die Neandertaler. Neben technischen Neuerungen entwickelten die Menschen damals Rituale und Symbole, die in der Eiszeitkunst überliefert sind.


Außerdem zeigen sich Individualität und Kreativität im ersten Auftreten von Schmuckstücken und Musikinstrumenten. Die Fundhöhlen der Schwäbischen Alb lieferten wichtige Belege für die Übergangszeit vom Neandertaler zum modernen Menschen.

Entdeckt wurden das Mammut, der Löwe und weitere Bruchstücke von Tierfiguren bei Nachgrabungen am Vogelherd. Prof. Nicholas Conard von der Universität Tübingen gräbt und forscht seit Jahren am Südrand der Schwäbischen Alb. Viele wichtige Auswertungsarbeiten zum Fundmaterial erfolgen durch die urgeschichtliche Abteilung der Universität Tübingen. Das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren ist Partnermuseum der Universität und präsentiert regelmäßig Funde und Erkenntnisse aus den archäologischen Ausgrabungen. Neben der Eiszeitkunst stellt die laufende Sonderausstellung „Nachgeschaut – Neues von den Mammutjägern am Vogelherd“ die neuesten wissenschaftlichen Auswertungsarbeiten am Fundmaterial des Vogelherds vor.

Zur Sonderpräsentation vom 1. bis 4. November 2007 werden zwei weitere Themenräume eingerichtet: Ein Raum ist dem Mammut gewidmet. Neben der neu entdeckten Figur sind noch fünf weitere Darstellungen bekannt. Diese Mammute werden dem Original gegenüber gestellt. Auch der Höhlenlöwe hat die Jäger und Sammler der Altsteinzeit beeindruckt und zu Kunstwerken inspiriert. Der zweite Raum widmet sich daher den Löwen- und Katzendarstellungen vom Vogelherd.

Während der Öffnungszeiten werden Fachwissenschaftler vor Ort sein, die Fundstücke erklären und Fragen der Besucher beantworten. Parallel dazu wird die Grabungsmannschaft vom Vogelherd vor den Augen der Besucher Fundmaterial vom Vogelherd auswerten und die technische Seite vorstellen.

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