Pinakothek der Moderne
80333 München
Barer Str. 40

Female Trouble: Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierungen

Laufzeit: 17. Juli 2008 bis 26. Oktober 2008

Seit der Erfindung der Fotografie vor nahezu 170 Jahren haben vor allem Frauen das technische Medium genutzt, um sich oder andere in Rollenspielen und Maskeraden zu inszenieren. Neben der experimentellen Lust, das Ich immer wieder neu zu erschaffen, diente die Kamera auch als Möglichkeit, Klischees und Stereotypen weiblicher Repräsentation in Frage zu stellen. Das Spiel mit dem »Ewig« Weiblichen war und ist immer auch eine Auseinandersetzung mit geschlechtlicher Identität, ihrer gesellschaftlichen und politischen Definition sowie deren Überschreitung.

Im Fokus der Ausstellung stehen zeitgenössische Künstlerinnen wie Cindy Sherman, Sarah Lucas, Pipilotti Rist oder Monica Bonvicini, die mit Hilfe von Fotografie und Videokunst das Bild des Weiblichen untersuchen. Mit humorvollen, ironischen oder provozierenden Mitteln dekonstruieren sie die traditionelle Ikongrafie von Frauendarstellungen in der abendländischen Kunst wie dessen heutige Medialisierung und entwickeln alternative Bildentwürfe, die manchmal aggressiv und laut, manchmal subtil und hinterlistig neue Darstellungsmöglichkeiten postulieren.



Doch das Interesse an der Auseinandersetzung mit Bildprägungen des Weiblichen ist kein ausschließlich postmodernes Thema. Bereits im 19. und frühen 20. Jahrhundert haben Frauen wie die Comtesse de Castiglione oder die Surrealistin Claude Cahun die Fotografie als Möglichkeit entdeckt, das Ich in unterschiedlichen Rollen zu erfahren und stereotype Weiblichkeitsdarstellungen als Maskerade zu decouvrieren. Der historische Rückblick zeigt, wie zeitgenössische Künstlerinnen an ihre Vorgängerinnen anknüpfen und einzelne Bildmotive und Themen über Generationen immer wieder aufgegriffen, erweitert und variiert werden.



Die Ausstellung »Female Trouble« umspannt einen Zeitraum von 150 Jahren ist aber zugleich nicht enzyklopädisch angelegt, sondern fokussiert den Blick auf Künstlerinnen und Künstler, deren Werk innovativ ist und vorbildhaft gewirkt hat. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild der Frau und dessen stete Infragestellung berühren dabei zentrale Aspekte der Konstituierung von Identität sowie die biologischen, sozialen, kulturellen, politischen und medialen Einflüssen, die das Bild des Weiblichen wie des Männlichen bestimmen.





In der Ausstellung vertretene Künstler/innen

Diane Arbus, Gertrud Arndt, Marta Astfalck-Vietz, Monica Bonvicini, Claude Cahun, Sophie Calle, Julia Margaret Cameron, Comtesse de Castiglione, Valie Export, Nan Goldin, Lady Clementina Hawarden, Mathilde ter Heijne, Florence Henri, Hannah Höch, Birgit Jürgenssen, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Germaine Krull, Nikki S. Lee, Sarah Lucas, Urs Lüthi, Robert Mapplethorpe, Bjørn Melhus, Ana Mendieta, Tracey Moffat, Pierre Molinier, ringl + pit, Pipilotti Rist, Daniela Rossell, Tomoko Sawada, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Francesca Woodman und Wanda Wulz.



Ausstellung

Die Ausstellung umfasst auf ca. 800 qm Ausstellungsfläche 180 Arbeiten international bekannter als auch noch zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Fotografie und Videokunst, darunter viele Leihgaben aus namhaften europäischen und amerikanischen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art, New York und dem Victoria & Albert Museum, London.

Zur Museumseite: Pinakothek der Moderne

Kategorien:
Fotografie |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  München |
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