SUSANNE M. WINTERLING ... dreaming is nursed in darkness

Laufzeit: 05. Dezember 2009 bis 07. Februar 2010

Susanne M. Winterling (geb. 1970, lebt in Berlin) arbeitet vorrangig mit Film, Collage und Fotografie. Die unterschiedlichen Medien führt sie in individuell für den jeweiligen Ausstellungskontext entwickelten Installationen zu einem Ganzen zusammen. Ihre Arbeiten stellen dabei ein System aus konkreten Bezügen her, ohne dass das Ergebnis eine eindeutige Geschichte erzählte oder einen klaren Narrationsfaden verfolgte. Bedeutung bildet sich eher in zarten Referenzgeweben heraus, Erzählung verflüchtigt und verzweigt sich.

Literatur, Musik, Kunst-, Architektur- und besonders Filmgeschichte werden bei Winterling ebenso zum künstlerischen Material wie Alltagsgegenstände, die sie inszeniert. Das kann eine aus der ehemaligen Familienmanufaktur stammende Porzellantasse sein oder eine im Licht changierende Vogelfeder, der Funkenflug einer Wunderkerze oder eine am Ausstellungsort vorgefundene, historische Inschrift. Die Bezüge aus den unterschiedlichen Bereichen verknüpft Winterling mit sensiblem Gespür für die Atmosphären und Geschichten der vorgefundenen Räume zu poetisch aufgeladenen Anordnungen.

Im Falle ihrer Ausstellung in der GAK verschmelzen die Inschrift eines Stifterwappens am Gebäude der Weserburg, die ursprüngliche Bedeutung des Teerhofes als Ort für die mit dem Schiffsbau verbundenen Teerarbeiten im 15. Jahrhundert, die Bedeutung des mittelalterlichen „Teeren und Federn“, die Explosion eines ebenfalls am Teerhof gelegenen Pulverturmes im 18. Jahrhundert und ein Zitat des französischen Existentialisten Jean Genet zu einer Ansammlung von eigens für diese Gelegenheit entwickelten Arbeiten. Einbauten kreieren eine Lichtregie zwischen den unterschiedlichen Elementen und nehmen die architektonische Nähe zum Weserburgtunnel auf, indem sie dessen lang gestreckte Anlage in den Innenraum übertragen. Thematisch kreist Winterlings Präsentation um gesellschaftliche, sich sprachlich wie tätlich manifestierende Machtstrukturen sowie die Schönheit, die auch einem zerstörerischen, gewaltvollen Akt innewohnen kann – die dunkle Seite der Schönheit. Die ästhetische Eleganz der Motive stehen in ...dreaming is nursed in darkness oft in eigentümlichem Widerspruch zu den Vorstellungsbildern, die ihre Geschichte hervorzurufen im Stande sind.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Bremen | Ort:  Bremen |
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