It's a kind of magic! Mystifizierung und Demystifizierung im Kontext der Künstlerpublikation seit 1960

Laufzeit: 26. Februar 2010 bis 16. Mai 2010

Die Mystifizierung der Kunst ist allgegenwärtig und wird von allen Mitgliedern des Kunstsystems gleichermaßen vorangetrieben: Museen, Galerien, Kuratoren, Medien, Künstler, Kunsttheoretiker und Kunstkonsumenten heben bestimmte Kunstwerke aus anderen hervor und erklären sie für besonders wichtig – eine Aufwertung, die das Kunstwerk gleichsam magisch erscheinen lässt und zu seiner Popularisierung beiträgt.

Die komplexen Prozesse und künstlerischen Ergebnisse, die den Mythos der Kunst produzieren, verstärken und zunehmend zu einer Entfremdung des Betrachters führen, werden in der Ausstellung „It’s a kind of magic!” anhand zahlreicher Werke aus dem Bereich der Künstlerpublikationen thematisiert und vermittelt. Hierbei handelt es sich vor allem um Arbeiten aus den Gattungen Multiple, Künstlerbücher, grafische Arbeiten, Fotoeditionen und Postkarten, die zwischen 1960 und heute von mehr als 40 Künstlern, Künstlerinnen und Künstlergruppen produziert worden sind. Zusammengestellt wurde ein anschauliches Exzerpt an Werken seit den 1960er Jahren, das beispielhaft für die Thematik und die komplexen Prozesse der Mystifikation ist.

Neben Aspekten wie Bedeutungszuwachs und Wertsteigerung wird hier auch der künstlerische Gegenpol – die Demystifizierung – behandelt. Er wird hauptsächlich durch die Produzenten selbst erzeugt, um so den „Glauben ans Spiel“, an das kunstimmanente Illusio zu unterbinden, Wertzuschreibungen zu hinterfragen und die andere Seite des Systems anschaulich zu machen. Dabei sind derartige künstlerische Praktiken, die sich einer Demystifizierung der Kunst verschreiben oftmals auch der Motor für Grenzverschiebungen in der Kunst. Verbindungen von Kunst und Alltag führen unter anderem zu einer Neudefinition des Kunstbegriffs. Anhand exemplarischer Kunstwerke soll auch diese Seite veranschaulicht werden, die vor allem von Kunstströmungen wie Fluxus, Concept Art und Mail Art thematisiert wurde.

Das Spektrum aller dargestellten Positionen zur Thematik „Mystifizierung und Demystifizierung“ reicht von „Jeder Mensch ist ein Künstler“ (Beuys) bis „Jeder Künstler ist ein Mensch“ (Kippenberger) – so sind unter anderem Werke von Joseph Beuys, Marcel Duchamp, Michael Gibbs, Klaus Heid, Martin Kippenberger, Piero Manzoni, monochrom, Papergirl, Ed Ruscha, Timm Ulrichs, Ben Vautier und Andy Warhol vertreten.

Kategorien:
Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Bremen | Ort:  Bremen |
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