SCHAUPLATZ STADT - Gemälde, Zeichnungen, Installationen - Von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart

Laufzeit: 17. März 2013 bis 02. Juni 2013

Die Auseinandersetzung mit dem Stadtraum, seinen Menschen und Architekturen ist ein wiederkehrendes Thema der bildenden Kunst. Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher Neuerungen und Umbrüche sind gerade im 20. Jahrhundert neue Darstellungsformen jenseits des tradierten Stadtbildes entstanden. Diesen Veränderungen beispielhaft nachzugehen, ist das Ziel dieser Ausstellung mit Künstlern und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen, von denen einige auch in der Sammlung des Kunstmuseums und der Sammlung Ziegler präsent sind.

Die Ausstellung erstreckt sich über vier Räume bis zur Kunst der Gegenwart und legt den Fokus auf den Schauplatz Stadt. Dieser Titel nimmt Bezug auf die komplexen "Wahrnehmungsangebote" der Stadt, ihre Schaufenster und Passagen, aber auch auf den Moment des Ereignishaften, ob beobachtet, konstruiert oder inszeniert. Für die bühnenartige Darstellung der Stadt als Versammlungsort der Massen, als Schauplatz politischer Unruhen, als unbelebte Kulisse und als einen architekturbestimmten Erlebnisraum hat bereits die Kunst der 1910er- und 1920er-Jahre eindrückliche Bilder und bildnerische Formen gefunden.
Beginnend mit Kunstwerken der klassischen Moderne, u. a. von Max Beckmann, Alexander Kanoldt und Lyonel Feininger, leitet die Ausstellung über zu Werken, auf denen die Zerstörung der historisch gewachsenen europäischen Stadt im Zweiten Weltkrieg ebenso akzentuiert ist wie die tiefgreifende Umgestaltung der Stadt zum Verkehrsraum.

In den späten 1950er- und 1960er-Jahren entdeckten Künstler in Folge eines erweiterten Kunstbegriffes die Stadt als Aktionsraum und Bühne neu. Interventionen im urbanen Raum, Grenzgänge zwischen bildender Kunst, Architektur und Film werden zu einem wesentlichen Aspekt der Kunstpraxis. Zu sehen ist hier die filmisch dokumentierte Aktion Ausfegen von Joseph Beuys von 1971 und das Happening Ruhender Verkehr von Wolf Vostell aus dem Jahr 1969. Dass diese Aktionen wiederum das Interesse einer jungen Künstlergeneration finden, zeigt in der Ausstellung die Zeichnungsserie Tolerant in München von Andrea Knobloch.

Die Erweiterung der künstlerischen Formen und Medien hin zu Projektionen, Filmen und Installationen setzt sich in der Kunst der Gegenwart fort. Die Stadt als Schauplatz im Film und ihre mediale Mythologisierung ist ebenso ein Thema wie die fiktive Suche nach der Stadt der Zukunft. Wie eine Choreografie inszeniert Niklas Goldbach die Bewegungen von Menschen in unwirtlichen Stadträumen. In den heute bestimmenden, halb-öffentlichen Räumen der Stadt, so im Einkaufscenter FORUM in Mülheim an der Ruhr, ist die Gehäusegravur der Berliner Künstlerin Pia Linz entstanden. Ihre Arbeit zeigt beispielhaft, dass sich der Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung heute im Spannungsfeld von ge(er)lebtem Raum, gesuchtem Ortsbezug und einer als anonym und fremd erlebten Kulisse des eigenen Daseins vollzieht.

Kategorien:
Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Mülheim an der Ruhr |
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