Jan Tichy: Installation Nr. 29 (Neues Rathaus)

Laufzeit: 18. November 2016 bis 08. Januar 2017

Zum Lichtkonzept der Kunsthalle Osnabrück gehört es seit dem Rückbau von 2014, den Hauptausstellungsraum durch Tageslicht, das durch 15 Meter hohe Bleiglasfenster fällt, zu beleuchten und auf künstliches Licht zu verzichten. Wohlwissend, dass damit ein Eingriff in dieses Konzept geschieht, das den natürlichen Rhythmus von Leben und Gesellschaft unterstreicht, will Jan Tichy zwischen November 2016 und Januar 2017 das ehemalige Kirchenschiff der Kunsthalle verdunkeln. Mittels einer vierfachen synchronisierten Projektion von weißem Licht entsteht eine neue Lichtraumerfahrung, die sich in ihrer Fülle und Multiperspektivität nur beim Durchschreiten des Kirchenschiffs in alle Richtungen erschließt. Mit einer Projektionslänge von bis zu 50 Metern entsteht hier eine der wohl größten Innenraum-Projektionen überhaupt.

Die Implikationen für den Lichtraum der Kunsthalle Osnabrück formuliert Jan Tichy als Fragen: Was bedeutet es, wenn ein Raum verdunkelt wird? Welche metaphorischen Bedeutungshorizonte eröffnen Licht und Schatten, Projektion und Verdunkelung? Welche Folgen haben die Manipulationen des natürlichen Bio-Licht-Rhythmus? Wer hat im Laufe der Geschichte auf welche Weise in die Rhythmen eingegriffen? Gibt es eine „Lichtpolitik“? Welche Folgen hat sie für den Einzelnen, für Gesellschaften und Vergesellschaftung?

Tichy hat in Tel Aviv und Chicago studiert, wo er heute am Chicago Art Institute als Professor für Fotografie unterrichtet. Er ist Künstler und Kunstvermittler und arbeitet in den Grenzbereichen von Video, Skulptur, Architektur und Fotografie. Seine Licht-Raum-Installationen stehen in der Nachfolge der Bauhaus-Tradition und sind insbesondere von Laszlo Moholy Nagy inspiriert, mit dessen filmischem Nachlass er sich intensiv beschäftigt. Tichys künstlerisches Nachdenken über Licht und Raum gründet auf einer gleichermaßen historischen, soziologischen, architektonischen wie künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum, seiner räumlichen Ästhetik und möglichen politischen Implikationen.

Zur Museumseite: Kunsthalle Dominikanerkirche

Kategorien:
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