Künstler in München
Impressionen aus den Jahren 1810 bis 1910

Laufzeit: 08. September 2017 bis 19. November 2017

München galt im 19. Jahrhundert als die Kunsthauptstadt Deutschlands. „München leuchtet“ – die oft zitierte Eingangspassage von Thomas Manns Novelle „Gladius Dei“ beschreibt die Stadt als von Kunst durchdrungen: „Die Kunst blüht, die Kunst ist an der Herrschaft“.
Münchens Aufstieg zu einer der bedeutendsten Kunststädte Europas begann unter Ludwig I. von Bayern (1786 – 1868); während seiner Regentschaft entwickelte sich die Stadt zum unbestrittenen kulturellen Zentrum. Die 1808 gegründete „Königliche Akademie der bildenden Künste“ war neben jener von Paris die bedeutendste Europas. Die Ausstellungen im Glaspalast zogen seit 1854 ein weltweites Publikum an, und der Kunstbetrieb entwickelte sich zu einer veritablen Industrie: Um 1860 lebten schätzungsweise zwischen 800 und 1000 Künstler in München, um 1900 waren es rund 3000!

Die Ausstellung, die ausschließlich aus Werken der Sammlung der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz zusammengestellt wurde, unternimmt einen Streifzug durch hundert Jahre Münchner Kunstgeschichte. Sie beginnt um 1810, als die aus Konstanz stammenden Malerin Marie Ellenrieder als erste Frau an der Münchner Kunstakademie studierte. Wenig später entdeckten die Künstler die vor den Toren der Stadt liegenden Berge, aber auch das Dachauer Moos als Motiv. Malerfürsten wie Franz von Lenbach vertraten die Ideale der Gründerzeit; Lenbach residierte wie Franz von Stuck in einer herrschaftlichen Villa, beide Häuser sind heute Museen. Die bereits 1892 gegründete „Münchner Secession“ rebellierte gegen den alteingesessenen Kunstbetrieb, und Zeitschriften wie „Jugend“ und „Simplicissimus“ trugen nicht nur zur Durchsetzung eines neuen, frischen Kunststils, dem Jugendstil, bei, sondern wandten sich mit Witz und Humor auch gegen gesellschaftliche und politische Mißstände. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges markierte das Ende der Münchner Kunstvorherrschaft, dem Berlin als die neue Hauptstadt des Deutschen Reiches mittlerweile den Rang abgelaufen hatte.

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