Ernst Würtenberger
Ein deutscher Maler in der Schweiz

Laufzeit: 02. Dezember 2017 bis 01. April 2018

Ernst Würtenberger wurde 1868 in Steißlingen geboren, wuchs jedoch in Emmishofen (heute Kreuzlingen, Schweiz) auf. Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. Er studierte an den Kunstakademien in München und Karlsruhe und bildete sich 1894/95 privat bei dem von ihm bewunderten Arnold Böcklin in Florenz fort.
1902 zog Würtenberger, der früh Zugang zur Literaturszene am Bodensee gefunden und sich in Konstanz und Umgebung bereits einen Namen als Porträtist gemacht hatte, nach Zürich. Hier unterrichtete er zunächst an Luise Stadlers „Kunst- und Gewerbeschule für Damen“, bevor er sich als freischaffender Künstler etablierte. Würtenberger verfasste zahlreiche Bücher, unter anderem über Arnold Böcklin, trat aber auch als Reformer des modernen Holzschnitts hervor; seine Illustrationen von Zeitschriften und Büchern bestechen durch ihre klare, kräftige Liniensprache.

Noch im Jahr seiner Übersiedlung begann sich Ernst Würtenberger in der Zürcher Kunst-Gesellschaft zu engagieren: er war lange Zeit Mitglied der Sammlungs- und Ausstellungskommission. Wegweisende Ausstellungen wie jene über die französischen Impressionisten (1908) und Felix Vallotton (1909) wurden von ihm mitverantwortet. Würtenberger wurde zum Berater von Zürcher und Winterthurer Kunstsammlern, hatte wesentlichen Anteil an der künstlerischen Durchsetzung Ferdinand Hodlers in der Schweiz und setzte sich nachdrücklich für den Bau des Zürcher Kunsthauses ein. Von 1914 bis 1921 war er zudem Lehrer an der Zürcher Kunstgewerbeschule.

Ernst Würtenberger avancierte in der Schweiz zu einem gefragten Porträtisten. Wer etwas auf sich hielt, sich ließ sich oder seine Familie von ihm malen. Während seiner Zürcher Jahre, die 1921 mit seinem Wegzug nach Karlsruhe endeten, wo er an der Landeskunstschule eine Professur übernahm, schuf er mehrere hundert Bildnisse unter anderem von dem mit ihm befreundeten Künstlern und Literaten wie Ferdinand Hodler und Rudolf Koller, Hermann Hesse, Adolf Frey oder Hans Trog. Zugleich hielt er bereits verstorbene Persönlichkeiten wie Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf in eindrucksvollen Darstellungen fest. Ernst Würtenberger starb 1934 in Karlsruhe.

Die Ausstellung in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz legt den Fokus auf Ernst Würtenbergers Zürcher Jahre und sucht seine Bedeutung für die Schweizer Kunst- und Kulturszene jener Zeit herauszuarbeiten. Zeitgleich zur Konstanzer Schau beleuchtet das Hesse Museum in Gaienhofen in einer Ausstellung Ernst Würtenbergers vielfältigen Beziehungen zur literarischen Szene am Bodensee und in der Schweiz.

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Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Baden-Württemberg | Ort:  Konstanz |
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