Kunstverein Hannover
30159 Hannover
Sophienstraße 2

Erik van Lieshout »Sündenbock«

Laufzeit: 16. September 2017 bis 19. November 2017  

Mit »Sündenbock« zeigt der Kunstverein Hannover die bislang umfassendste Ausstellung von Erik van Lieshout (*1968, lebt in Rotterdam) in Deutschland.
Auf schonungslos direkte wie auch satirisch-humorvolle Weise thematisieren seine Werkkomplexe gesellschaftspolitische Fragestellungen unserer Zeit und führen politische Missstände und gesellschaftliche Konflikte vor Augen. Dabei werden persönliche Grenzen und gesellschaftliche Tabus unterlaufen und Mechanismen der Rollenzuschreibung, des Rollenverständnisses und der Schuldübertragung offengelegt. Die Einzelausstellung des niederländischen Künstlers spannt einen Bogen von 2006 bis heute und stellt sechs Videoinstallationen vor, die in einem raumübergreifenden Setting zusammengeführt und durch großformatige Zeichnungen und Collagen ergänzt werden. Im Zentrum steht van Lieshouts neueste, auf der Kochi-Muziris Biennale in Indien entwickelte Arbeit, die künstlerische Freiheit, Zensur und die Interaktion mit dem Publikum in den Mittelpunkt Fokus rückt.

Der niederländische Künstler begibt sich mitten in die Gesellschaft, um unbequeme Themen wie Rechtsextremismus oder Migrationskonflikte zu beleuchten und die gesellschaftliche Tragweite von Kunst auszuloten. Indem er in seinen prozessual angelegten Filmen auf emphatische wie auch konfrontative Weise agiert, gelingt es ihm, einen unmittelbaren Zugang zu Orten und Menschen herzustellen, deren Haltung und Einstellung er sichtbar werden lässt. Gleichermaßen sind van Lieshouts persönliche Verfassung und die Herausforderungen des Künstlerdaseins Gegenstand seines sezierenden Blicks. Dokumentation und Inszenierung sind untrennbar miteinander verbunden und jeder Akteur – eingenommen er selbst – wird auf eine Rolle zugespitzt. So entsteht durch die Verbindung von sozialem Bewusstsein und Egozentrik, voyeuristischer und exhibitionistischer Direktheit ein unverwechselbarer Kosmos, in dem der Ernst des Lebens freimütig und respektlos verhandelt und das Verhältnis zwischen privat und politisch, Individuum und Gesellschaft immer wieder neu ergründet wird.

Kategorien:
Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Hannover |
Vergangene Ausstellungen
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