Abbildung: Gruppe Roos © Keramikmuseum

Südwestdeutscher Keramikpreis 2017

Laufzeit: 17. September 2017 bis 11. Februar 2018  

Der Südwestdeutsche Keramikpreis, der durch eine Initiative des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württemberg und der SV SparkassenVersicherung ins Leben gerufen wurde, wird jetzt erstmalig in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergeben. Er wurde initiiert, um das keramische Schaffen im Südwesten der Bundesrepublik zu fördern und das künstlerische Schaffen auf nationaler und internationaler Ebene zu positionieren. Alle Künstlerinnen und Künstler, deren Material Ton oder Porzellan ist und die ihren Wohnsitz, ihre Werkstatt oder ihr Atelier in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz haben, waren berechtigt am Wettbewerb teil zu nehmen.

Mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 EUR, gestiftet von der SV SparkassenVersicherung, wurden am Montag (24.07.) zwei herausragende keramische und singuläre Positionen juriert, die am 17. September um 11:00 Uhr im Keramikmuseum Westerwald prämiert werden. Bereits im Februar nominierte die fünfköpfige Jury aus insgesamt 57 Bewerbern eine Gruppe von 16 Finalisten. Nach nun ausgiebiger inhaltlicher Diskussion vor den originalen Keramiken haben sich zwei keramische Positionen behauptet: Prämiert mit 7.000 Euro geht der 1. Preis an die figürlichen Arbeiten von Stephanie Marie Roos, Achern, geb. 1971. Die Künstlerin, die bereits für ihr figuratives Werk international bekannt ist, überzeugte die Jury mit ihrer professionellen, kreativen Umsetzung sozialkritischer Themen in Keramik. Die Titel "Uniform", "Hoodie" oder "schwarzrotgold".... sprechen für sich. Ohne narrativ schlicht zu sein, setzt die Betrachtung der Figuren von S. M. Roos mannigfaltige Assoziationen frei. Die Künstlerin interpretiert in ihrem wiedererkennbaren Stil immer wieder neue Ansichten eines bewusst kritischen Standpunktes des Zwischenmenschlichen in unserer Alltagswelt.
Der 2. Preis mit 3.000 Euro geht an Kiho Kang, Bad Ems, geb. 1980, für dessen klar strukturierte Gefäß- und Formstudien, die auch – neu interpretiert in seinem Œuvre – das Moment der Farbigkeit, hier Erd-Farbigkeit, zeigen. Die hier gezeigte Installation geometrischer, akribisch per Hand gebauter Gefäßformen variiert wie ein Stillleben die unendliche Vielfalt von Kegelform, Zylinder, Kugelschnitt und deren Harmonie in der Komposition der Formen und Farben. Fingerspuren auf jedem Stück zeugen von der Handbearbeitung der Tonwandungen im konzentrierten Aufbau der Form, eine optische und haptische Oberflächenwirkung, die die Spur des Machens sowie das Nachdenkliche, die konzentrierte Bauphase ebenso wie das Streben nach Vollendung dokumentiert. Bekannt für seine Arbeiten in Porzellanweiß sind die warmen Erdtöne der Außenwände jetziger Gefäße gekontert mit neonfarbigen Glasuren der Innenräume. Ästhetisch wie keramisch ist dies eine herausragende künstlerische Arbeit.
Neben den Werkgruppen der beiden Preisträger werden ebenfalls die Keramiken der 14 Nominierten im Keramikmuseum Westerwald zu sehen sein. Anschließend wandert die Ausstellung zum vierten Kooperationspartner des Preises, dem Museum beim Markt in Karlsruhe, wo die Präsentation bis Anfang 2019 gezeigt wird.

Zur Museumseite: Keramik-Museum Westerwald

Kategorien:
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