Visionen der Weltarchitektur. Illustrationen zu Vorlesungen von Sir John Soane an der Royal Academy of Arts

Laufzeit: 03. März 2018 bis 17. Juni 2018

Die neue Ausstellung im Museum für Architekturzeichnung ist bereits das dritte gemeinsame Projekt des Berliner Museums mit dem Sir John Soane’s Museum in London. Die Schau präsentiert meisterhafte Architekturdarstellungen, die Sir John Soane für seine Vorlesungen an der Royal Academy of Arts in London zwischen 1809 und 1820 durch seine Schüler anfertigen ließ. Die Werke umfassen einen beachtenswerten Zeitraum von der Ur- und Frühgeschichte bis zu den neusten Bauten der Regency-Zeit in London und gewähren dabei einen faszinierenden Einblick in das Architekturverständnis von Sir John Soane und seine Rolle als Architekturdozent.

Am 28. März 1806 trat Sir John Soane (1753–1837) als Professor der Architektur an der Royal Academy of Arts in die Fußstapfen seines alten Meisters, George Dance. Diese Position sah sechs Vorlesungen jährlich vor. Als Hauptquellen für seine Vorträge dienten die Bücher von Julien-David Le Roy und Jacques-François Blondel, beide Professoren an der französischen Académie Royale d’Architecture. Eine weitere Inspiration boten sechs mit 128 Aquarellen illustrierte Vorlesungen des ersten Architekturprofessors an der Royal Academy, Thomas Sandby, die Soane während seines Studiums in den 1770er Jahren besucht hat. Für viele im Publikum stellten die großformatigen Farbansichten der Weltarchitektur einen ganz wesentlichen Teil der Architekturvorlesungen dar.
Soanes Schüler arbeiteten bis zu zwölf Stunden täglich in seinem Studio, um über 1.000 Illustrationen zu den Vorlesungen zu erstellen, an einigen Zeichnungen davon wochenlang. Diese zeitaufwendige und kostspielige Praxis zeigt Soanes Einsatz für die Ausbildung junger Architekten. Sein besonderes Engagement war auch die treibende Kraft hinter der Idee der Entstehung des Sir John Soane’s Museum in London, das er selbst als „Akademie der Architektur für Laien und
Studenten“ aufgefasst hat. Auch wenn nur wenige Illustrationen signiert sind, war es anhand der Werktagebücher möglich, viele der Zeichner, die diese mühevolle Arbeit ausführten, zu identifizieren. Die Bilder lassen sich grob in drei Gruppen fassen: Zeichnungen, die Gravuren aus Architekturmappen in Soanes Bibliothek zur Vorlage hatten, vor allem von Piranesi; Architekturdarstellungen, die bei zahlreichen Vor-Ort-Besichtigungen in London entstanden sind; und eine große Anzahl Blätter, die auf Soanes eigenen Entwürfen und den Zeichnungen anderer Architekten in seiner Sammlung fußen.

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