Sprengel Museum Hannover
30169 Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
Abbildung: Rudolf Jahns Ohne Titel (Nesseltuch mit Bäumen) Um 1936 Kohle auf Nesselgewebe 84 x 100,5 x 0,5 cm Sprengel Museum Hannover © Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover © VG Bild-Kunst, Bonn

RUDOLF JAHNS: Zuflucht Landschaft

Laufzeit: 07. Februar 2018 bis 15. April 2018  

Mit RUDOLF JAHNS: Zuflucht Landschaft widmet sich das Sprengel Museum Hannover einem bisher kaum beachteten Thema im Schaffen des niedersächsischen Malers und Grafikers Rudolf Jahns: den Landschaftsdarstellungen. In insgesamt fünf Kapiteln zeigt die Ausstellung ausgewählte Werke, die den formalen Zugang des Künstlers zu diesem traditionellen Motiv beleuchten und die Werkgenese aus diesem Sujet heraus nacherzählen. Bisher noch nicht gezeigte naturalistische Skizzen, Zeichnungen und Tempera-Arbeiten, die zwischen 1933-45 entstanden sind verdeutlichen exemplarisch die Auswirkungen der nationalsozialistischen Kulturbarbarei.

Der oft als Poet und Lyriker unter den Konstruktivisten bezeichnete Künstler Rudolf Jahns (Wolfenbüttel 1896-1983 Holzminden) fand sowohl zu Lebzeiten als auch in der posthumen Rezeption zumeist für seine originäre und eigenständige Position innerhalb der Künstlergruppe die abstrakten hannover Anerkennung. Doch hat sich der Autodidakt, der die Großstadt stets scheute, während seiner gesamten Schaffensphase von 60 Jahren immer wieder der Realität und seiner unmittelbaren Umgebung rückversichert. In seinem Œuvre kommt dabei dem Landschaftsmotiv eine zentrale Bedeutung zu: „Der Mensch ist wesentlicher Bestandteil. Dazu die Landschaft. Sie hat, seit ich denken kann, mich ganz erfüllt […] Die Natur war meine erste Geliebte. Ich bin ihr bis heute nicht untreu geworden.“ (Rudolf Jahns)

Die Ausstellung zeigt die für Jahns so typische Parallelität der Stile und Techniken in seinem Schaffen auf und spannt den Bogen von den expressionistischen und geometrischen Darstellungen der späten 1910er- und frühen 1920er-Jahre bis hin zu den sogenannten Jugoslawien-Bildern aus den 1960er-Jahren, in denen Jahns Reiseeindrücke verarbeitet. Zwischen 1933-45 verbirgt der Künstler seine abstrakten Gemälde aus Angst vor Hausdurchsuchungen durch die Gestapo hinter mit Landschaftsmotiven bemalte Nesselleinwände. Andere Werke spannt er vom Keilrahmen ab, um sie umzudrehen und neu zu bemalen. In dieser Zeit entstehen auch naturalistische Zeichnungen und Skizzen, die Jahns teilweise auch nach dem Krieg als Tempera-Arbeiten ausführt und nun erstmalig gezeigt werden.

Anlässlich der Ausstellung erfolgt eine Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns – Tochter des Künstlers – an das Sprengel Museum Hannover. Die Schenkung beinhaltet den privaten Nachlass des Künstlers sowie sechs figurative Arbeiten der Nachkriegszeit.

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Kategorien:
Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Hannover |
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