Die Dame. Marlice Hinz und Ernst Dryden illustrieren die 20er Jahre

Laufzeit: 10. April 2018 bis 30. September 2018  

Die zwanziger Jahre sind die goldene Zeit der Illustration. Neue Drucktechniken ermöglichen Abbildungen auch auf einfachem Zeitungspapier. Eine Riege von hervorragenden Zeichnern beliefert die Berliner Presse, allen voran den Ullstein-Verlag mit seinem Flaggschiff, der Zeitschrift Die Dame. Bedeutende Publizisten schreiben für die Zeitschrift. Sie gilt als fortschrittlich und emanzipiert, elegant und extravagant. Marlice Hinz und Ernst Dryden, zwei der führenden Zeichner der Dame, sind mit umfangreichen Werkgruppen in der Grafischen Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) vertreten. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal etwa 150 Zeichnungen der beiden Illustratoren aus den Jahren 1920 bis 1935.

„Ein deutsches Journal für den verwöhnten Geschmack“
So lautet der Untertitel der Berliner Zeitschrift Die Dame. 1912 vom Ullstein Verlag gegründet, entwickelt sie sich zu einer der führenden Zeitschriften der 1920er Jahre. Sie erscheint wöchentlich und wendet sich vor allem an ein weibliches Publikum. Die moderne Frau der Weimarer Republik gibt sich weltoffen. Auch aus heutiger Sicht erscheint das Frauenbild erstaunlich modern und emanzipiert. Zahlreiche Autoren wie Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Arthur Schnitzler veröffentlichten hier ihre Texte. Künstler und Künstlerinnen wie der sozialkritische Maler George Grosz, die Berliner Collage-Künstlerin Hannah Höch oder die Fotografin Madame d’Ora senden Arbeiten ein. Besonders die Titelbilder gehören zu den begehrtesten Aufträgen für Künstler. Die polnische Malerin Tamara de Lempicka schafft ihr berühmtes Selbstbildnis im grünen Bugatti ursprünglich als Titelbild für Die Dame. Neben den freien Mitarbeitern gibt es Illustratoren, die regelmäßig Zeichnungen zu vereinbarten Themen fertigen. Zu ihnen gehören Marlice Hinz und Ernst Dryden. Der Ullstein Verlag wird 1937 enteignet, und Die Dame erscheint fortan im Deutschen Verlag. Sechs Jahre später wird die Produktion eingestellt.

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