STRALSUND MUSEUM
18439 Stralsund
Mönchstr. 25-27
© STRALSUND MUSEUM

Bilder voller Poesie
Stralsunder Kunst im 19. Jahrhundert

Laufzeit: 05. Mai 2018 bis 07. Oktober 2018  

Gleich sieben KünstlerInnen, die alle mehr oder weniger ihre Wurzeln in Stralsund haben, präsentiert das STRALSUND MUSEUM in diesem Jahr in einer großen Sonderausstellung vom 5. Mai bis zum 7. Oktober. Lassen sie sich bei einem Ausstellungsbesuch einfangen vom Charisma jener Zeit der Romantik, denn nicht nur die Bilder spiegeln sie wieder, sondern auch das Interieur der Ausstellungsgestaltung tut das Seinige.

Die einzige Frau ist allerdings Antonie Biel in der Runde. Sie machte sich bereits zu Lebzeiten einen Namen in der damals von Männern dominierten Kunstszene. 1830 geboren, erkannten ihre Eltern früh ihre Begabung fürs Malen und förderten sie. Später wurde sie Atelierschülerin bei Wilhelm Schirmer doch ihre eigentliche “Kunsttaufe” erhielt Biel nach eigener Aussage in Paris. Ihre letzten 20 Lebensjahre zählen zugleich als ihre schöpferischste und produktivste Zeit. Sie schuf eine Vielzahl von Küstenlandschaften und Marinen bevor sie 1880 in ihrer Wahlheimat Berlin starb.

Zwar nicht in Stralsund geboren aber in Stralsund Zuhause war Johann Wilhelm Brüggemann. Der gebürtige Göttinger (1786-1866) begann 1807 in der hiesigen Töchter-Erziehungsanstalt als Zeichenlehrer. Zuvor hatte er an der Kurfürstlichen Akademie der bildenden Künste in Kassel eine Ausbildung zum Landschaftsmaler absolviert. Brüggemann genoss in seiner Wahlheimat nicht nur eine große Popularität sondern auch hohes Ansehen. Von seinen vier Kindern verschrieben sich seine Söhne Siegfried und Hermann gleichfalls der Bildenden Kunst. Auch sie wurden Landschaftsmaler.

Die Ausstellung vereint Sohn Hermann Brüggemann mit dem Vater. Geboren wurde dieser 1822 hier in Stralsund. Seine Ausbildung zum Landschaftsmaler erwarb er 1845/46 mit einem Studium an der Akademie in Kopenhagen. Er war 72 Jahre alt als er in Friedenau starb.

Ebenfalls gebürtiger Stralsunder war Johann Wilhelm Brücke (1800-1874). Nach der Schulzeit immatrikulierte sich Brücke an der Kunstakademie zu Berlin. Hier blieb er auch als freischaffender Maler, nach dem ihn zuvor Studien nach Italien geführt hatten. In dieser Zeit schilderte er in seinen Bildern sowohl die römische Architektur als auch die Landschaft und die Menschen. Als besonders gelungen gelten seine wirklichkeitsgetreuen Ansichten (Veduten). Brücke fand als Architektur- und Landschaftsmaler schon sehr früh einen eigenen Stil. Seine Gemälde zeichnen sich optisch durch ihr ins Rötliche gehendes Kolorit aus und sind deshalb relativ leicht zu erkennen.

Gustav Simon Ludwig Wagner wurde am 25. August 1799 in Stralsund geboren. Er studierte Kunst in Dresden. Doch anscheinend hatte er kein einfaches Leben, obwohl seine Arbeiten qualitätvoll waren und sein realistischer Stil den Nerv der damaligen Kunstauffassung traf. Er verstarb mit gerade mal 30 Jahren an einem Lungenleiden.

Mit im Bunde ist auch der Stralsunder Dichter und Silhouettenschneider Karl Fröhlich (1821-1898). Er wurde mit seinen Scherenschnitten in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur bekannt. Der gelernte Schriftsetzer folgte der Scherenkünstler-Tradition des Schuhmachers Wilhelm Müller aus Düsseldorf. Was ursprünglich eine Freizeitbeschäftigung für ihn war, wurde bald zu seinem Haupterwerb und er begann für Zeitungen und Verlage zu arbeiten. Zu seinen wohl besten Leistungen zählt „Das fröhliche ABC-Buch“.

Nicht zuletzt sind auch Bilder vom in Stralsund geborenen Porträt- und Landschaftsmaler Albert Grell zu sehen. Er lebte von 1814 bis 1891 und war von 1865 bis 1879 Dozent an der Berliner Gewerbeakademie. Hier wurde er zum ordentlichen Professor an der Bau- und Kunstakademie zu Berlin ernannt, zugleich war er Vorsteher der dortigen Kunstsammlungen.

Katalog: Katalog zur Ausstellung: ISSN 2568-6526, 88 Seiten, 7,80 €

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Kategorien:
Kunst | 19. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern | Ort:  Stralsund |
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