Kunstmuseum
95444 Bayreuth
Maximilianstraße 33
Abbildung: Eric Isenburger - Selbstportrait, 1923, Öl auf Leinwand, Jüdisches Museum Franfurt © Shmuel Elen, Israel

Eric und Jula Isenburger – Von Frankfurt nach New York

Laufzeit: 10. Juni 2018 bis 14. Oktober 2018  

Erstmals in Bayern zeigt das Kunstmuseum eine Ausstellung über das Lebenswerk des jüdischen Künstlerpaares, des Malers Eric und der Ausdruckstänzerin Jula Isenburger. Isenburgers Werk - mit Porträts (immer wieder und in unterschiedlichen Rollen porträtierte er vor allem seine Frau Jula), Landschaften und Stillleben – zeichnet sich durch die Gegenständlichkeit der Zwanziger Jahre und seine ganz eigenständige, gestische Handschrift aus.
Als große talente der Moderne in Berlin gefeiert, mussten beide 1933 emigireren. Über Paris und Südfrankreich gelang Ihnen schließlich die Flucht in die USA.

In der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung bewahrt das Kunstmuseum Bayreuth Werke von vielen bekannten Künstlern der Moderne, die im Nationalsozialismus als „entartet“ verfemt worden waren. Erstmals in Bayern zeigt das Kunstmuseum nun eine Ausstellung über das jüdische Künstlerpaar, den Maler Eric und die Ausdruckstänzerin Jula Isenburger.
1902 in Frankfurt in einem jüdischen Elternhaus geboren, absolvierte Eric Isenburger dort seine Ausbildung, machte mehrere Studienreisen, u. a. nach Barcelona, und erlebte erste Erfolge als Maler. In Frankfurt lernte er auch die polnische Jüdin Jula Elenbogen kennen. Das Paar heiratete und lebte Ende der zwanziger Jahre während Julas Tanzausbildung und ersten Engagements in Wien, wo Eric als freischaffender Künstler und Bühnengestalter arbeitete. Dort waren sie befreundet mit zahlreichen jungen Tänzerinnen und Tänzern, darunter auch Manon Chafour, die in Berlin Karriere machen sollte und auch bei den Bayreuther Festspielen auftrat.
1931 zogen die Isenburgers nach Berlin, wo Eric Isenburger seine Karriere als Maler der Moderne fortentwickelte, während Jula in der Mary-Wigman-Schule wirkte. Eine erste große Ausstellung Anfang 1933 in der Galerie Wolfgang Gurlitts wurde sehr gut besprochen. Sein von der Gegenständlichkeit der Zwanziger Jahre geprägtes Werk mit Porträts - immer wieder und in unterschiedlichen Rollen porträtierte er vor allem seine Frau Jula -, aber auch mit Landschaften und Stillleben und seiner ganz eigenständigen, expressiven und gestischen Handschrift wurde sehr gelobt.
Doch kurz nach der Eröffnung riet Gurlitt den Künstlern, die bereits Repressalien durch die Nationalsozialisten ausgesetzt waren, das Land zu verlassen. In Paris und Südfrankreich lebten sie ein bescheidenes Leben. Unter schwierigen Bedingungen beschickte Eric Isenburger von dort aus Ausstellungen in Stockholm, London und New York und erhielt dort Anerkennung, während Jula unter dem Künstlernamen „Jula Geris“ in Paris als Tänzerin auftrat.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden beide – wie so viele deutsche Flüchtlinge – interniert. Mit Unterstützung von Malraux, Gide und Matisse kamen sie schließlich frei und erhielten 1941 ein Visum für die USA. Über Lissabon erreichten sie New York, wo sie die amerikanische Staatsbürgerschaft annahmen und sich ein neues Leben aufbauten: Eric Isenburger unterrichtete an der Yale-University und war als Porträtmaler erfolgreich. Ihre Karriere als Tänzerin setzte Jula dort allerdings nicht fort.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität in Frankfurt und dem Kunstmuseum Solingen / Zentrum für Verfolgte Künste.

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