Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze

Laufzeit: 07. Dezember 2018 bis 02. Juni 2019  

Zimmerpflanzen bewegen Menschen damals wie heute emotional. Sie sind unsere täglichen Begleiter, sie sind duldsame Mitbewohner und stumme Zeugen unseres Lebensgefühls. Die Gewächse spiegeln nicht nur unsere Innenräume, sondern auch unser Innenleben. Obwohl wir sie oft übersehen, würden wir etwas vermissen, wenn es sie nicht gäbe. Die Sonderausstellung „Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze“ im Botanischen Museum Berlin beleuchtet die emotionalen Facetten einer ganz besonderen Beziehung: Geschichte(n) zwischen liebevoller Pflege und gedankenlosem Konsum. Sie ist vom 7. Dezember 2018 bis 2. Juni 2019 zu sehen.

50 Zimmerpflanzen auf dem längsten Fensterbrett Berlins

Auf dem mit rund 100 Metern längsten Fensterbrett Berlins werden 50 verschiedene lebende Zimmerpflanzen präsentiert, darunter sind beliebte Klassiker wie die Grünlilie, Monstera, Usambaraveilchen und Geigenfeige. In botanischer Hinsicht spiegeln diese Arten die ganze Bandbreite der Tropen und Subtropen weltweit. Wo genau sie herkommen und welche Geschichten sie erzählen, verrät der Blick auf eine große Landkarte. Tipps zu ihrer Pflege und ihre botanische Geschichte sind auf überdimensionalen Pflanzetiketten zu entdecken. Entlang des Fensterbretts schlendern die Besucher durch verschiedene Zimmer mit ihren typischen Pflanzen: Vom Wohnzimmer über das Bad ins Schlafzimmer, von der Küche über den Wintergarten bis ins Büro. Die etwas andere Wohnungsbesichtigung erzählt spannende Geschichten zu Zimmerpflanzen und ihren Hintergründen, begleitet von vielen Objekten wie historischen Gießkannen, Herbarbelegen oder kostbaren Pflanzenbüchern.

Vom raren Biedermeiergrün zur modernen Massenware

Die Welt der Zimmerpflanzen hat sich im Laufe der Jahrhunderte radikal verändert und unterliegt der Mode. Was in den eher schlecht beheizten Räumen der Biedermeierzeit nur am Fenster gedieh, fühlt sich heute in unseren gut geheizten und trockenen Innenräumen nicht mehr wohl und umgekehrt. Und während Kakteen, Grünlilien oder Aloen zu Goethes Zeiten noch heiß begehrte Exoten waren, deren Ableger wie Kostbarkeiten unter Freunden weitergereicht wurden, stehen sie heute mit Tausenden Artgenossen als Massenware in Baumärkten und Einrichtungshäusern zum Verkauf.

Dem Menschen ausgeliefert

Die Zimmerpflanze ist ein Sonderfall in der Welt der Botanik. Mit ihren wilden Verwandten und Vorfahren hat sie dabei so gut wie nichts gemein: Als Solitär in einem Blumentopf vereinzelt, ist sie uns Menschen als Zimmerbesitzern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Den Platz am Fenster, Wasser, und Nährstoffe - alles empfängt sie aus unserer Hand. Sie wird geliebt und gegossen – oder schmählich vergessen. Ob passionierter Blumenliebhaber oder puristischer Verweigerer – eine Haltung hat jeder zum Zimmergrün, mit persönlichen Erinnerungen und Geschichten.

#herzBLATT: Filip & sein Ficus, Hannah & ihre Haworthia, Kurt & seine Sukkulenten

Mit dem #herzBLATT-Fotocall (www.bgbm.org/de/herzblatt) können Zimmerpflanzenliebhaber Teil der neuen Ausstellung werden: Das Botanische Museum sucht aktuell die schönsten, lustigsten oder außergewöhnlichsten „grünen Doppel“ mit einem Fotoaufruf in sozialen Netzwerken. Noch bis zum 18. November 2018 können Pflanzenfreunde unter dem Hashtag #herzBLATT ein Foto von sich und ihrer liebsten Zimmerpflanze auf dem Facebook-Auftritt www.facebook.com/BotanischerGartenBerlin oder auf Instagram posten. Unter den Teilnehmenden werden Bilder für die Ausstellung „Geliebt, gegossen, vergessen: Phänomen Zimmerpflanze“ ausgewählt und im Rahmen eines Gewinnspiels Pflanzengutscheine verlost.

Kategorien:
Kulturgeschichte |  Ausstellungen im Bundesland Berlin | Ort:  Berlin |
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