Kaiserliche Pharaonen – Pharaonische Kaiser

Laufzeit: 18. Juni 2019 bis 30. November 2019  

Die Ausstellung Kaiserliche Pharaonen – Pharaonische Kaiser thematisiert die Herrschaftsinszenierung römischer Kaiser im Kontext des ägyptisch-römischen Kulturkontaktes. Im Zentrum der Betrachtung steht das ideologische Spannungsfeld zwischen dem römischen Principat und dem ägyptischen Königtum. Der römische Kaiser als Herrscher auch über Ägypten tritt dabei in zwei verschiedenen Rollen und Funktionen auf und wird entsprechend unterschiedlich repräsentiert. Die Ausstellung zeigt einerseits die Formen, in denen er auf Monumenten in Ägypten dargestellt wird, sowie andererseits die ägyptische Bild- und Formsprache, mittels derer der römische Kaiser seinen Herrschaftsanspruch über Ägypten in Rom präsentiert. In einem Seitenblick werden Auswirkungen auf das Alltagsleben der ägyptischen Bevölkerung beleuchtet.

Exemplarisch werden die Herrschaftsinszenierungen für Augustus, Domitian und Hadrian dargestellt. Augustus (27 v.–14 n.Chr.) nimmt allein dadurch eine Sonderstellung ein, dass er nach der Eingliederung Ägyptens in das römische Reich der erste römische Herrscher über Ägypten war. Seine Repräsentation in Ägypten und die für ihn entworfene pharaonische Titulatur waren Vorbild für alle folgenden Kaiser. Unter ihm geprägte Münzen – u.a. mit dem „Aegypto capta“-Motiv – und nach Rom verbrachte ägyptische Monumente dokumentieren den Herrschaftsanspruch über das Land am Nil.

Unter den Flaviern gewinnt der Isis-Kult im römischen Reich an Bedeutung. Erstmals stellt sich nun auch der Kaiser unter den Schutz der ägyptischen Göttin. Ein zentrales Objekt ist der hieroglyphisch beschriftete Obelisk des Domitian in Rom, auf dem Domitian (81–96 n.Chr.) als „geliebt von Isis“ bezeichnet wird und seine Krönung durch die Göttin dargestellt ist.

Auch unter Hadrian (117–138 n.Chr.) finden sich neben den ägyptischen Elementen in seiner Villa in Tivoli einzigartige Ägyptenbezüge. Hieroglyphische Inschriften aus seiner Zeit enthalten Übersetzungen römischer Termini ins Ägyptische, und auf der Nilinsel Philae wurde eine mythologisch hochgradig aufgeladene Darstellung des Nil-Ursprungs angebracht.

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