Thom Mayne: SkulpturaleZeichnungen

Laufzeit: 11. September 2020 bis 15. November 2020

Die erste Linie einer (Architektur-)Zeichnung beginnt mit einer Idee, ganz gleich, wo sie ansetzt und welche Gestalt sie annimmt. Bei Thom Mayne führt diese erste Idee zu komplexen Formen, zu etwas Unvorhersehbarem, ja schier Unerreichbarem. Im Laufe seiner herausragenden Karriere forderte Mayne das Medium der Architekturzeichnung stets heraus und schuf Improvisationen und „skulpturale Gemälde“, die – wenngleich sie vollkommen zufällig entstanden – seine Architektur beeinflussen.

In den 1970er Jahren bildete sich in Venice Beach die Gruppe der sogenannten L.A. Ten, bestehend aus zehn Architekten, die ähnliche kulturelle und akademische Interessen teilten. Ihre Mitglieder, darunter Mayne, wandten sich von der Vorstellung des „form follows function“ ab und widmeten sich den neuen Möglichkeiten der experimentellen Architektur in Los Angeles.
Das südkalifornische Klima und Materialreste aus den Produktionsstätten der Luft- und Raumfahrtindustrie und anderen Fabriken von L. A. boten den Architekten eine hervorragende Plattform für Experimente. In dieser Zeit gründete Mayne zusammen mit dem Architekten James Stafford sein experimentelles Büro Morphosis, das er bis heute leitet.
Der Name Morphosis umschreibt die Philosophie des Architekturbüros: Verschiedene Materialien und Techniken werden zusammengefügt, um so etwas Neues entstehen zu lassen. Von dieser Idee getragen, realisierte Thom Mayne Bauwerke wie den Hauptsitz des kalifornischen Verkehrsministeriums Caltrans District 7 Headquarters in Los Angeles, das Universitätsgebäude der Cooper Union 41 Cooper Square in New York, die Bill and Melinda Gates Hall für die Cornell University in Ithaca und nicht zuletzt die Hypo Alpe-Adria-Bank in Klagenfurt, die inzwischen zu Architekturikonen geworden sind. Mayne ist darüber hinaus Mitbegründer des Southern California Institute of Architects (SCI-Arc), wo er sich im Now Institute der Forschung und Lehre bis heute mit Hingabe widmet. 2005 erhielt er den Pritzker-Preis und war von 2009 bis 2016 Mitglied des Komitees für Kunst und Geisteswissenschaften von Präsident Barack Obama.

Die Ausstellung Thom Mayne: SkulpturaleZeichnungen präsentiert nur einen Bruchteil seines enormen Œuvres. Gezeigt werden persönliche Skizzenbücher, Serigrafien sowie Hand- und sogenannte skulpturale Zeichnungen aus den Jahren 1979 bis 2020. Die Schau umfasst dabei sowohl „traditionelle“ Werke auf Papier als auch die Zeichnung (drawing) und Modell (model) kombinierenden „Drawdels“ sowie dreidimensionale Gemälde, die Experimente mit der Form und Materialität darstellen. Maynes visionäre Komposition, die 1988 für die Ausstellung Berlin – Denkmal oder Denkmodell? entworfen wurde, ergänzt den Diskurs, den die Ausstellung anregt.

Kategorien:
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