News

7.9.2017

Wolfgang-Hahn-Preis 2018 geht an Haegue Yang
Veröffentlicht von: Museum Ludwig
Internetseite: www.museum-ludwig.de
2018 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig die Künstlerin Haegue Yang mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Seit 1994 wird der Preis jährlich für ein konsequent und substantiell weiterentwickeltes, in internationalen Expertenkreisen anerkanntes Oeuvre verliehen.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Art Cologne am 17. April 2018 statt. Der Preis sieht den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstlerin für die Sammlung des Museum Ludwigvor. Zudem wird eine Ausstellung realisiert und eine Publikation erscheinen.

Haegue Yang wurde 1971 in Seoul, Südkorea, geboren. Sie lebt dort und in Berlin. Sie ist die erste asiatische Künstlerin, die mit dem Preis geehrt wird.

Die Jury für den Wolfgang-Hahn-Preis 2018 bestand aus der diesjährigen Gastjurorin Christina Végh, Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover, Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, Mayen Beckmann, Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft für Moderne Kunst, Gabriele Bierbaum, Sabine DuMont Schütte, Jörg Engels und Robert Müller-Grünow, Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst.

Mayen Beckmann zur Entscheidung: „Es waren dieses Jahr drei Künstlerinnen in der Endrunde, die wir lange und ausführlich debattiert haben. Bei Haegue Yang hat das Transformative, zwischen Materialität und Entleerung Schwankende, den Ausschlag gegeben: Dieses schwer zu greifende Phänomen des Transformativen setzt sie inhaltlich wie ästhetisch überzeugend um. Es geht uns bei der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preises ja sehr wesentlich darum, Kunst auszuzeichnen, die über das Gegenwärtige hinausweist.“

Christina Végh, Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover, zur Wahl: „Haegue Yang steht exemplarisch für eine künstlerische Praxis, die den Begriff von Skulptur und Installation nicht einfach nur weiterentwickelt. Vielmehr setzt Yang die in der globalisierten Welt sich oft widersprechenden und aufeinanderprallenden Weltsichten in Bezug zueinander, ohne die eine oder andere Ansicht gegeneinander auszuspielen. Sie nutzt oft dem Alltag entliehene, industriell hergestellte Objekte, enthebt sie ihrer jeweiligen Funktion und fügt sie zu raumgreifenden neuen Konfigurationen zusammen. Diese präzisen Setzungen mutieren zu abstrakten neuen Gebilden, in denen kulturelle Codes von Ost und West neben- und miteinander in Dialog gesetzt werden und eine eigentümliche Archaik zum Vorschein kommt.“

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Zwischen den Arbeiten von Haegue Yang und der Sammlung des Museum Ludwig gibt es eine Vielzahl von Berührungspunkten. Diese reichen von Minimalismus über Konzeptkunst, von klassischer Skulptur über partizipative Momente. Zugleich gelingt es Haegue Yang, ihre Werke mit sehr sinnlichen Qualitäten auszustatten. Ich verfolge ihr Werk schon über viele Jahre und bin ein großer Bewunderer ihrer Konsequenz. Ich würde sogar die These wagen, dass Yang auch an bestimmte Positionen von Fluxus-Kunst anknüpft, die wiederum für den Sammler Wolfgang Hahn sehr bedeutend war. Diese wichtige Strömung ist aktuell auch zu sehen in unserer Ausstellung Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre, die noch bis zum 24. September läuft.“

Auch 2018 unterstützen BAUWENS und Ebner Stolz, zwei in Köln ansässige Unternehmen, den Abend der Preisverleihung, die Präsentation im Museum Ludwig und die Publikation. Ein jährliches Engagement, das sie 2016 erstmalig eingegangen sind.

Über Haegue Yang
Haegue Yang wurde 1971 in Seoul, Südkorea, geboren. Sie schloss 1994 den Bachelor of Fine Arts an der Seoul National University ab und kam im selben Jahr nach Deutschland, um ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt am Main in der Klasse von Georg Herold fortzusetzen, das sie 1999 als Meisterschülerin beendete. Ab dem Wintersemester 2017/18 ist Yang selbst als Professorin an der Städelschule tätig.

Als Tochter einer Schriftstellerin und eines Journalisten wuchs Haegue Yang in der sogenannten Ära der Demokratisierung Südkoreas auf, als Teil einer Generation, die erstmals unter einer demokratischen Regierung studieren konnte.

Ihre letzten institutionellen Einzelausstellungen fanden u.a. in folgenden Institutionen statt: Centre Pompidou, Paris (2016), Hamburger Kunsthalle (2016), Ullens Center for Contemporary Art, Peking(2015), Leeum, Samsung Museum of Art, Seoul (2015), Bonner Kunstverein (2014), Institute of Contemporary Art, Boston (2013), Kunsthaus Bregenz (2011), New Museum, New York (2010), Westfälisches Landesmuseum, Münster (2005).

In den letzten zehn Jahren war sie in zahlreichen wichtigen Gruppenausstellungen vertreten, u.a. im Museum of Modern and Contemporary Art in Straßburg (2016), auf der Montreal Biennale (2016), im Museum of Modern Art und Guggenheim Museum, beide New York, (2015), auf der dOCUMENTA (13) (2012), der Biennale in Venedig (2009) und im Seoul Metropolitan Museum of Arts (2004). In Deutschland hatte Yang ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Jahr 2004 im Hessischen Landesmuseum unter dem Titel Kasse, Shop, Kino und Weiteres. Frühe Ausstellungen fanden u.a. in der Galerie Kolster in Frankfurt sowie der Galerie Barbara Wien in Berlin statt. Spätestens mit ihrer Beteiligung an der 53. Biennale in Venedig (2009) wurde Haegue Yang international bekannt. Sie vertrat Südkorea mit ihrer Installation Condensation und war parallel dazu an der großen thematischen Schau Fare Mondi im Arsenale beteiligt.

2007 wurde Yang der Baloise Kunst-Preis und 2001 der Maria Sibylla Merian-Preis des Landes Hessen verliehen.

Über den Wolfgang-Hahn-Preis
Wolfgang Hahn (1924 – 1987) war Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig. Der passionierte Sammler, der beruflich als Gemälde- und Chefrestaurator am Wallraf-Richartz-Museum / Museum Ludwig tätig war, begann in den 1950er Jahren, sich mit der aktuellen Kunst auseinanderzusetzen und eine Sammlung aufzubauen. Diese erweiterte er in den 1960er Jahren dann mit Objekten von Künstlern der europäischen Fluxus- und Happeningbewegung sowie des Nouveau Réalisme. „Die bohrende Frage der sechziger Jahre nach dem Verhältnis von Kunst und Leben hat Hahn sich nicht von außen gestellt, sondern aus seiner Attitüde zur Kunst heraus selbst entwickelt. Hahn lebte mit Kunst und Künstlern, ohne sich selbst von der bürgerlichen Realität zu entfernen, in der er mit beiden Beinen stand. Kunst wurde nicht zum Objekt herabgewürdigt, sondern als Teil seines Lebens mit ausdauernder Energie erfasst. Die Beschäftigung mit Kunst war das Gegenteil von Ästhetizismus; im eigentlichen Sinne diente sie ihm, der sich mit ihr umgab, als Vehikel der Welterfahrung“, so Siegfried Gohr, ehemaliger Direktor des Museum Ludwig, über Wolfgang Hahn im Jahr 1997.

Dieser Haltung verpflichtete sich die Gesellschaft für Moderne Kunst, als sie 1994 ihren Preis für zeitgenössische Kunst nach Wolfgang Hahn benannte. Heute beträgt der Etat des Preises maximal 100.000 Euro und soll vorrangig Künstlerinnen und Künstler ehren, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Oeuvre einen Namen gemacht haben, aber noch nicht die ihnen zukommende Aufmerksamkeit, vor allem in Deutschland, gefunden haben. Mit dem Preis verbunden ist eine vom Museum Ludwig organisierte Ausstellung mit Arbeiten der Preisträgerin oder des Preisträgers, insbesondere des zu erwerbenden Werks / der zu erwerbenden Werkgruppe, sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.


Aktuell und noch bis zum 24. September 2017 zeigt das Museum Ludwig die Ausstellung „Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre“.

Über BAUWENS und Ebner Stolz – Sponsoren des Abends der Preisverleihung, der Präsentation und der Publikation
Die traditionsreiche Unternehmensgruppe BAUWENS entwickelt, plant und baut bundesweit Wohn- und Gewerbeimmobilien. Ebner Stolz ist eine der größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland und zeichnet sich bei der Beratung ihrer Mandanten durch einen multidisziplinären Ansatz, der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung und Rechtsberatung miteinander verbindet, aus. Die BAUWENS Unternehmensgruppe ist in Köln im Rheinauhafen im selben Gebäude wie die Ebner Stolz Partnerschaft tätig.

Weitere News

Designobjekte unter dem Hammer: Charity-Auktion 2017 (22.11.2017)
Am Sonntag, den 3. Dezember 2017 kommen im Red Dot Design Museum wieder formschöne Objekte unter den Hammer, denn das Essener Ausstellungshaus lädt zu seiner traditionellen Charity-Auktion ein. Bereits seit 2011 versteigert es internationale Design...
Am 17. November verstarb der langjährige Leiter der Sammlung Fotografie und stellvertretende Direktor des Museum Ludwig, Prof. Dr. Bodo von Dewitz (22.11.2017)
Das Team des Museum Ludwig trauert um seinen ehemaligen Leiter der Sammlung Fotografie und stellvertretenden Direktor Bodo von Dewitz. Seit 1985 war von Dewitz Leiter des Agfa Foto-Historama im Museum Ludwig. Die umfangreiche Sammlung von Fotogra...
LVR erweitert sein barrierefreies Serviceangebot (20.11.2017)
Neue Online-Anwendung „Wege zum LVR“ erleichtert die Anreise zu LVR-Einrichtungen / Interaktive Karte unterstützt Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkung Rheinland, 20. November 2017. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat sein On...
Kunsthalle Bielefeld erhält Selbstbildnis von Paula Modersohn- Becker als Schenkung (20.11.2017)
Durch eine großzügige Schenkung von Dr. Friedrich Johenning aus Düsseldorf erhält die Kunsthalle Bielefeld das «Selbstbildnis, Brustbild mit Pinsel in der erhobenen Hand» von Paula Modersohn-Becker aus dem Jahr 1902. Dr. Friedrich Johenning sti...
LWL will den Ausbau des Stadtmuseums Borkum zum "Forum altes Rathaus" mit 670.000 Euro unterstützen (9.11.2017)
Hamm/Borken (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will die die Stadt Borken mit knapp 670.000 Euro dabei unterstützen, das Stadtmuseum umzubauen und zum "Forum altes Rathaus" für Borken und Umgebung weiterzuentwickeln. Der LWL-Kultura...
Gemeinsam grenzüberschreitende Geschichte schreiben - 1,7 Millionen Euro für kulturhistorische Zusammenarbeit (9.11.2017)
Das niederländische Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945 aus Groesbeek hat ein deutsch-niederländisches Interreg-Projekt im Wert von knapp 1,7 Millionen Euro initiiert. Das Projekt „History without Borders“ (Die Geschichte von Krieg und Freihe...
Schloss Heidelberg - Die magische Marke ist erreicht: Eine Million Gäste im Schloss (9.11.2017)
Immer im November ist es soweit: Dann erreicht Schloss Heidelberg die 1-Million-Marke bei seinen Gästen. Auch 2017 ist das wieder gelungen. Am letzten Freitag, am 3.11., ergab die Zählung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, d...
Der 71. Internationale Bergische Kunstpreis der NATIONAL-BANK AG geht an Morgaine Schäfer (8.11.2017)
Vom 21. September bis 05. November 2017 zeigt das Kunstmuseum Solingen die 71. Internationale Bergische Kunstausstellung. Die heterogene Schau, die traditionell unter keinem vorgegebenen Motto steht, gibt einen Einblick in das vielfältige Kunstschaf...
Der Verein der Freunde der Hamburger Kunsthalle zieht erfolgreiche Jahresbilanz für 2016 (5.11.2017)
Direktor Vogtherr dankt für Unterstützung im ersten Jahr seiner Amtszeit Positive Bilanz für die Hamburger Kunsthalle und ihren Freundeskreis: Mit Unterstützung des Vereins Freunde der Kunsthalle konnte die Hamburger Kunsthalle im Geschäfts...
Luther bricht alle Rekorde - Kloster Dalheim ehrt 111.111. Besucher (18.10.2017)
Lichtenau-Dalheim (lwl). Rekordbesuch im Kloster Dalheim: Die Sonderausstellung "Luther. 1917 bis heute" der Stiftung Kloster Dalheim lockt so viele Besucher ins LWL-Landesmuseum wie noch keine zuvor. Am Dienstag, 17. Oktober, begrüßte das Museumst...
Rebecca Horn, eine der herausragenden Bildhauerinnen Deutschlands, erhält in diesem Jahr den Wilhelm-Lehmbruck-Preis für ihr Lebenswerk. (16.10.2017)
Neben zentralen Arbeiten ihres Oeuvres werden neueste Werke aus 2017 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: die „Hauchkörper“. Überlebensgroße, goldene Stäbe bewegen sich in präzise komponierten Choreographien aufeinander zu und vo...
Provenienzforschung im Fokus LVR und LWL diskutierten mit 120 Fachleuten (14.10.2017)
Bonn (lwl). 120 Fachleute aus ganz Nordrhein-Westfalen, darunter etliche Vertreter großer und kleiner Museen, haben am Donnerstag (12.10.) auf Einladung der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) im LVR-LandesMuseum Bonn das ...
Schloss Mannheim - Baumaßnahme im Schloss: Gelber Salon wird saniert (8.10.2017)
Der Gelbe Salon, einst Wohnzimmer der Großherzogin Stephanie von Baden, ist einer der prachtvollen Räume in der Beletage der ehemaligen Residenz der Kurfürsten. Ab dem 6. Oktober wird dieser und zwei angrenzende Säle – der Blaue Salon und das M...
Wir suchen den Regenbogen (8.10.2017)
"Catch the rainbow"... so sang einst die britische Band Rainbow. Auch wir möchten für die neugestaltete Kunstgewerbeabteilung im Oldenburger Schloss "den Regenbogen einfangen". Und zwar in Form der edition suhrkamp, denn deren Bucheinbände ergeben...
AUSSCHREIBUNG DER BREMER BETEILITUNG AN DER AUSSTELLUNG TIEFSEE (8.10.2017)
Projektvorschläge von Bremer Künstlerinnen für die Ausstellung Die Städtische Galerie Bremen und der Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK, rufen zur Einreichung von Projektvorschlägen für die Ausstellung „TiefSee“ (Arbeitstitel) auf....
Kunsthalle Bielefeld erhält bedeutende Schenkung der Multiples Ulrich Rückriems (15.9.2017)
Dank der großzügigen Schenkung des Kunstsammlers Prof. Dr. Rainer Jacobs erhält die Kunsthalle Bielefeld die umfangreichste Sammlung der Multiples Ulrich Rückriems, die seit dem Jahr 1969 erschienen sind. Neben Objekten aus Stein, Holz und Metall...
Sammlung Schünemann kommt in die Kunsthalle Bremen (13.9.2017)
Der Bremer Kaufmann Carl Schünemann schenkt dem Kunstverein in Bremen 35 Gemälde vor allem niederländischer Meister. Es ist die bedeutendste Schenkung dieser Art seit der Gründung des Vereins vor fast 200 Jahren. Jahrzehntelang blieb die Priva...
Stellenausschreibung: Volontariat – Kuratorische Assistenz Kunstverein Düsseldorf (13.9.2017)
Stellenausschreibung: Volontariat – Kuratorische Assistenz im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf ist die Stelle (100%) der Kuratorischen Assistenz im Rahmen ...
MKG unterstützt Forderung nach langfristiger Erforschung des (post-)kolonialen Erbes in Hamburg (6.9.2017)
Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) unterstützt die Forderung nach dem Erhalt der Forschungsstelle für Hamburgs (post-)koloniales Erbe an der Universität Hamburg, deren dreijährige Anschubfinanzierung durch den Hamburger Senat im Mär...