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15.2.2018

MUSEEN, BIBLIOTHEKEN UND ARCHIVE FORDERN DRINGEND NOTWENDIGE POLITISCHE UNTERSTÜTZUNG ZUR SICHTBARMACHUNG IHRER SAMMLUNGSBESTÄNDE IM DIGITALEN RAUM
Veröffentlicht von: Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Internetseite: www.pinakothek.de
MÜNCHEN, DEN 15. FEBRUAR 2018

Museen, Bibliotheken und Archive eint im Rahmen ihres Bildungsauftrags als Gedächtnisinstitutionen der gemeinsame Wunsch, sich im Umgang mit ihren Sammlungsbeständen den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts anzupassen und auch die urheberrechtlich geschützten Bildwerke der Öffentlichkeit vollständig im Internet zugänglich zu machen. Die Beschränkungen durch das Urheberrecht führen für Kulturinstitutionen dazu, dass zeitgenössische und moderne Kunst im digitalen Raum nicht dauerhaft für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden kann. Im Falle der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betrifft dies aktuell ca. 15.000 Werke aus dem Bestand. Diese Werke können daher in der seit April 2017 existierenden Online-Sammlung (www.sammlung-pinakothek.de) nicht abgebildet werden.

Die Unterzeichnenden der „Münchner Note“ streben einen fairen Ausgleich zwischen dem Interesse der Gesellschaft am Zugang zu Abbildungen von urheberechtlich geschützten Werken und den Rechten der Bildurheberinnen und -urheber an. Ein solcher Ausgleich kann nur gelingen, wenn die Institutionen Rechtssicherheit für die digitale Sichtbarmachung ihrer Bestände erhalten, der Aufwand der Rechteklärung für alle Beteiligten so gering wie möglich ist und die Bildurheberinnen und -urheber eine gerechte Vergütung für die Nutzungen erhalten. Eine gesetzliche Schrankenregelung, die den Museen und Sammlungen eine solche zustimmungsfreie Nutzung ermöglicht, gibt es bislang nur für analoge Ausstellungs- und Bestandskataloge.

Auf Initiative der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen fand im Oktober 2017 die Tagung „Museen im digitalen Raum. Chancen und Herausforderungen“ (siehe #MusMuc17 und www.pinakothek.de/musmuc17) in der Pinakothek der Moderne in München statt. Hier diskutierten Fachleute öffentlich Themenfelder wie digitale Sammlungen und „open access“. Die auf der Tagung gestellten Fragen gaben den Anstoß zur Entwicklung der „Münchner Note“. Dabei handelt es sich auch um eine Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Diskurses, der bereits durch die „Hamburger Note“ (http://hamburger-note.de) angeregt wurde. Den Unterzeichnenden ist es nun gelungen, in der „Münchner Note“ das gemeinsame Interesse der Sammlungen, der Urheberinnen und Urheber und der VG Bild-Kunst als deren Vertretung zu gemeinsamen Forderungen zusammenzuführen. Sie bitten die Entscheidungsträger auf europäischer sowie auf Bundes- und Landesebene, dass diese gemeinsam ihren Einfluss im laufenden Gesetzgebungsverfahren geltend machen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen, damit Museen und Archive ihre Bestände vollständig – unter Einschluss noch nicht gemeinfreier Bestandsgruppen – online sichtbar machen können, um den Bildungsauftrag auch im digitalen Raum erfüllen zu können. Erforderlich ist eine verwertungsgesellschaftspflichtige gesetzliche Lizenz zugunsten von Museen, Bibliotheken und Archiven nach dem Vorbild der bestehenden Schrankenregelungen im Bildungsbereich.

Zudem wird eine Korrektur des Richtlinienrahmens gefordert, welcher der Rechtsprechung des EuGH zum Framing zugrunde liegt, damit die Bildurheberinnen und -urheber nicht die Kontrolle über weitere Nutzungen ihrer Werke im Internet verlieren. Die Kultureinrichtungen sind zu einer technischen Sicherung gegen Framing nicht in der Lage.

Die Münchner Note ist ein offenes Dokument. Kultur- und Gedächtnisinstitutionen können sich jederzeit anschließen. Bitte schicken Sie uns bei Interesse Ihr Logo sowie Name und Funktion der für Ihre Institution unterzeichnenden Person an presse@pinakothek.de.

Die Münchner Note als PDF-Datei zum Download mit dem aktuellen Stand aller unterzeichnenden Institutionen sowie weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website unter dem folgenden Link:

www.pinakothek.de/muenchner-note

Statement von Dr. Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, zur Münchner Note:

„Es ist den Museen ein elementares Anliegen, dem Bildungsanspruch auf geeignetem, modernem und also digitalem Wege gerecht zu werden. Deshalb suchen wir gemeinsam mit vielen Partnern nach einem Modus, wie wir das auch für jene Werke erfüllen können, die aufgrund des Urheberrechtsgesetzes derzeit nicht im digitalen Raum gezeigt werden können.“

Statement von Dr. Urban Pappi, Geschäftsführender Vorstand VG Bild-Kunst, Bonn, zur Münchner Note:

„Wir sind stolz darauf, dass es gelungen ist, in kürzester Zeit einen Schulterschluss zwischen Künstlern und den Museen herbei zu führen und eine gemeinsame Position zu formulieren. Wir alle wollen daran arbeiten, dass die kulturelle Teilhabe auch im digitalen Raum ermöglicht wird. Die Aufgabe der VG Bild-Kunst als Vertreterin der Urheberrechte der Künstlerinnen und Künstler ist es, konstruktiv gemeinsame Lösungen zu entwickeln!“

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