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10.7.2018

Neuer Anbau, neue Räume, neue Ausrichtung - Museumsentwicklungsplan für das LWL-Museum für Naturkunde
Veröffentlicht von: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Internetseite: www.lwl.org
Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) soll für die Entwicklung seines LWL-Museums für Naturkunde in Münster knapp elf Millionen Euro in die Hand nehmen, um den Erfolg des Museums zu sichern, das bereits zu den fünf meistbesuchten Naturkundemuseen in Deutschland gehört. So sieht es ein neuer Museumsentwicklungsplan vor. Unter anderem ein großzügiges Neubau-Foyer mit Gastronomie und ein großer Vortragssaal für bis zu 300 Personen sollen im LWL-Museum für knapp 6,3 Millionen Euro realisiert werden, ebenso neue Technik (4,6 Millionen Euro) im Planetarium. Das Museum würde 980 Quadratmeter für den Erweiterungsneubau an Fläche dazu erhalten und 1.500 Quadratmeter im Bestand umbauen.

Fester Ankerplatz
"Unser Museum mit über 200.000 Besuchern jährlich soll zu einem festen Ankerplatz für außer-schulische Bildung und für Ehrenamtliche werden, ohne deren Engagement wir nicht auskämen. Wir wollen ein Forum für Naturwissenschaften sein, und für alle ein attraktiver dritter Ort - neben Zuhause und Arbeitsplatz", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger am Rande des LWL-Kulturausschusses, der bereits grünes Licht für den Museumsentwicklungsplan gegeben hat. Die grundsätzliche Entscheidung fällt im LWL-Landschaftsausschuss am 13. Juli.

Das Museum soll mit seinen Publikumsmagneten Ausstellung und Planetarium auch zu einem festen Tagungsort für naturwissenschaftliche Gruppen und Vereinigungen werden. Dabei stehen der Service für ehrenamtliche Naturforscherinnen sowie deren Ausbildung und Vernetzung im Vordergrund. "Schon heute ist das Museum unter anderem durch seine 2,3 Millionen Objekte in den Sammlungen das wichtigste regionale Kompetenzzentrum für Naturwissenschaften und Biodiversität in Westfalen-Lippe", so Rüschoff-Parzinger.

Auch wenn das originale Exponat und der sinnliche Eindruck über Sehen, Hören, Tasten oder Riechen weiter zentral in einem Naturkundemuseum sei, reiche das heute nicht mehr, um junge Menschen anzusprechen, so die LWL-Kulturdezernentin weiter. Mit Aktionstagen oder Szenetreffen und Verschränkung mit modernen Medien müsse das Interesse geweckt werden: "Junge Menschen sollen erkennen, dass das Leben nicht nur in der digitalen Welt stattfindet, sondern dass sich Digitales und Analoges in der Erforschung der heimischen Natur so kombinieren lässt, dass sich jeder einbringen kann."
Für Familienbesuche werde man das Außengelände durch Spielbereiche und Themen wie Stadt- und Gartenökologie attraktiver machen: "Wir werden ein Haus für schlechtes und gutes Wetter."

Museumsentwicklungsplan
Nach Angaben von Museumdirektor Dr. Jan Ole Kriegs hat sein Team für den Entwicklungsplan alle Museumsbereiche auf den Prüfstand gestellt und nach Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sortiert. Kriegs: "Aus den Ergebnissen haben wir dann Maßnahmen entwickelt - teils größere Maßnahmen, wie die Entwicklung einer Tagungseinheit, teils auch kleinere und interne Maßnahmen, die das Museum aus eigener Kraft bewerkstelligen kann."

Als naturkundliches Landesmuseum habe das Haus eine Kontinuität als Forschungs- und Bildungseinrichtung wie kaum ein Universitätsinstitut. "Dem Museum fehlt jedoch die Möglichkeit, größere Tagungen auszurichten. So etwas ist an anderen größeren Naturkundemuseen und selbst an vielen kleineren undenkbar", sagte Kriegs.

Ehrenamtliche Interessierte und Vereine halten ihre Tagungen an Wochenenden oder auch abends ab, wenn im Museum regulärer Betrieb in Ausstellungen und im Planetarium herrscht. Es wird also eine Tagungseinheit aus Vortragssaal, Foyer und Gastronomie benötigt, die unabhängig betrieben werden kann. Kriegs: "Neben der Hauptnutzung für naturkundliche Tagungen und Vortragsreihen soll diese Einheit aber auch angemietet werden können, beispielsweise für universitäre oder medizinische Tagungen."

Der Vortragssaal soll durch Umbau entstehen, das neue Foyer durch Überbauung des Vorplatzes.
Viele weitere Maßnahmen wie die Schaffung von Arbeitsplätzen für Wissenschaftler und die Einrichtung eines chemischen Präparationslabors erfolgen in Form einer "Umnutzung im Bestand". Durch ein neues Zentraldepot würden 800 Quadratmeter Depotfläche frei für andere Arbeitsbereiche. Eins greift bei der Planung ins andere. Wir haben die Chance, eine wirklich runde Sache daraus zu machen", sagte Kriegs.

Seit über 125 Jahren zentrale Anlaufstelle
Schon vor seiner Gründung im Jahr 1892 bestand der Wunsch der interessierten Bevölkerung, nach einem naturkundlichen Landesmuseum als zentrale Anlaufstelle für private Bildung und fachliche Interessen im naturkundlichen Bereich. So wurde es gegründet als "ein Zentrum für fachlichen Austausch, einen Aufbewahrungsort für die umfangreichen naturkundlichen Privatsammlungen als Referenzsammlung für die heimische Artenvielfalt und ein Kompetenzzentrum für allgemeine fachliche Unterstützung sowie für die naturkundliche Bildung der Bevölkerung", wie es in den Statuten des Westfälischen Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst hieß, der neben dem Provinzialverband als Vorläufer des LWL an der Gründung beteiligt war.

Seit damals bestehen enge Kooperationen zwischen ehrenamtlicher Fachwelt und Museum. Heute bewahrt und pflegt das Museum in den Sammlungen über 2,3 Millionen Objekte. Die Museumssammlungen sind ein wichtiger Teil des naturkundlichen kulturellen Erbes Westfalen-Lippes und werden Ende 2018 in das neue Zentralmagazin des LWL ziehen.

Wissenschaftler des LWL-Museums betreuen die Sammlungen, betreiben biologisch-ökologische Landeserforschung und sind Ansprechpartner für ehrenamtliche Naturforscherinnen und Vereine. Am Museum werden Schriftenreihen sowie zahlreiche Einzelpublikationen herausgegeben. Das Museum gibt außerdem seit einigen Jahren gemeinsam mit Kooperationspartnern und tau-senden Ehrenamtlichen Verbreitungsatlasse heimischer Arten, wie Vögel, Säugetiere oder Libellen heraus. Am 10. Juli erscheint das neueste Buch in der Reihe über "Die Orchideen Nordrhein-Westfalens".

2017 führte das Museum erstmalig das "Ehrenamtsforum" durch, eine Fachmesse, welche sich an alle ehrenamtlich tätigen und naturwissenschaftlich Interessierten richtete. Mit über 1.500 Interessierten und Aktiven war die Veranstaltung ein Erfolg.

Neben den beliebten Dauerausstellungen zum Wandel der westfälischen Artenvielfalt und zu den Dinosauriern sind weitere Sonderausstellungen, allesamt Eigenproduktionen, geplant: "Formen des Zusammenlebens" (2019), "Lebenskünstler Mensch" (2020), "Wald" (2021), "Vom Eisplaneten zum Treibhausklima" (2022), "Mikrokosmos" (2023) und "Gene - eine Reise durch das Erb-gut" (2024).

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