Neue Pinakothek
80333 München
Barer Straße 29

In Europa zuhause - Niederländer in München um 1600

Laufzeit: 12. Oktober 2005 bis 08. Januar 2006

In der Zeit um 1600 war München für einige Jahrzehnte ein Zentrum von internationaler kultureller Bedeutung. Schlüsselpositionen am Hof der bayerischen Herzöge nahmen die Niederländer Friedrich (Frederik, Federico) Sustris und Peter Candid (Pieter de Witte, Pietro Candido) ein, die vorher für die Medici in Florenz tätig waren. Andere gebürtige Niederländer, die viele Jahre am Münchner Hof wirkten, wie der Bildhauer Hubert Gerhard, der Miniaturist Joris Hoefnagel und die Kupferstecher Jan und Aegidius Sadeler sowie der Komponist Orlando di Lasso trugen zu dieser Blüte entscheidend bei. Die Ausstellung zeigt Zeichnungen und Druckgraphik, Miniaturen sowie Kleingemälde dieser Münchner Hofkünstler.

Die Ausstellung vermittelt ein Bild vom hohen internationalen Niveau der Kunst um 1600 in München. Erstmals werden fast sämtliche noch erhaltene Zeichnungen von Friedrich Sustris, die Vorlagen für die größtenteils zerstörten Fresken in der Burg Trausnitz in Landshut und in der Münchner Residenz waren, an einem Ort gezeigt. Die Exponate aus verschiedenen bedeutenden europäischen Museen (Windsor Castle, Uffizi Florenz, Albertina Wien) werden in der Neuen Pinakothek, vereint mit dem Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung, dem Besucher vorgestellt. Zugleich präsentiert sich die Ausstellung als Schatzkammer kaum bekannter, erlesener Kleingemälde, Zeichnungen, Miniaturen und Kunstgewerbegegenstände, die von zahlreichen Museen als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden.



Am Ende des 16. Jahrhunderts entfalteten sich die Schönen Künste am Hof der bayerischen Herzöge in München zu großer Blüte. Herzog Wilhelm V. (reg. 1579-1597) initiierte mehrere umfangreiche Projekte, und eine rege Bautätigkeit zog die Beschäftigung namhafter Maler, Bildhauer und Stukkateure nach sich. Die herzogliche Kunstkammer wurde mit erlesenen Objekten bereichert, die in München hergestellt oder aus verschiedenen Ländern über Agenten bezogen wurden. Durch verwandtschaftliche Beziehungen bestand ohnehin ein enger Kontakt zwischen den einzelnen Höfen in München, Innsbruck, Florenz und Prag. Wirtschaftlich und kulturell war München mit der Familie Fugger in Augsburg und mit der internationalen Handelsstadt Venedig verbunden.



In diesem Netz von internationalen Verknüpfungen spielten die Niederländer auf fast allen Gebieten eine führende Rolle. Es waren zunehmend politische und religiöse Gründe, die sie dazu brachten, ihre Heimat zu verlassen und in der Fremde eine Existenz aufzubauen. Die Künstler zogen dorthin, wo große Projekte von mächtigen Auftraggebern Arbeit versprachen. Künstler wie Friedrich (Frederick, Federigo) Sustris und Peter (Pieter, Pietro) Candid (de Witte, Candido) waren zuerst in Florenz, bevor sie von Hans Jakob Fugger in Augsburg abgeworben wurden und dort tätig waren, bis sie anschließend von den bayerischen Herzögen gewonnen wurden. In München entwickelten die niederländischen Künstler ein vielseitiges Schaffen.

Katalog: Es erscheint ein Katalog.

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Kategorien:
Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  München |
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