Antoni Muntadas: PROTOKOLLE

Laufzeit: 17. Juni 2006 bis 10. September 2006

2006 widmet der Württembergische Kunstverein in Stuttgart dem Künstler eine große Einzelausstellung, die unter anderem eine Neuproduktion im Rahmen von Muntadas Langzeitprojekt „On Translation“ umfasst. „On Translation: Die Sammlung“ untersucht den Einfluss klassischer Präsentationsstandards – Rahmen, Sockel, Beleuchtung, etc. – auf die Wahrnehmung von Kunst.

Der 1942 in Barcelona geborene und seit 1971 in New York lebende Künstler Antoni Muntadas zählt zu den frühen Vertretern der internationalen Konzept- und Medienkunst. Vom 18. Juni bis 10. September 2006 widmet ihm der Württembergische Kunstverein Stuttgart eine umfangreiche Einzelausstellung.

Seine Ausstellung hat Muntadas unter den Titel Protokolle gestellt. Der Begiff „Protokolle“ markiert dabei zugleich den Auftakt einer neuen Projektreihe, mit der er die Bedeutungen, Mechanismen und Effekte von Protokollen im Sinne eines kulturellen Regelwerks untersuchen möchte – einem Regelwerk, das gleichermaßen in das öffentliche wie private Leben eingreift: von der nach einem bestimmten Schema angefertigten schriftlichen Aufzeichnung, über gesellschaftliche Benimmregeln, diplomatische, militärische und religiöse Verhaltenskodexe bis hin zu digitalen Netzwerkprotokollen.

Ausgangspunkt der Ausstellung bilden zwei Arbeiten: Eine aktualisierte Fassung von Muntadas’ Multimedia-Installation Stadium: Hommage To The Audience XII (1989 - 2006) sowie das Projekt On Translation: Die Sammlung (2006), das Werke von Künstlern wie John Cage, Dieter Roth, Francisco de Goya oder Marcel Broodthaers auf ungewöhnliche Weise präsentiert.

In beiden Arbeiten untersucht Muntadas die Bedingungen, die unsere Wahrnehmung von und unser Verhalten gegenüber Kultur regulieren: der Populärkultur (Stadion) auf der einen und der Hochkultur (Museum) auf der anderen Seite. Das heißt, das Stadion und das Museum werden gleichermaßen unter dem Aspekt der „Protokolle“, die sie hervorbringen, betrachtet.

Als inhaltliches wie räumliches Bindeglied zwischen „On Translation: Die Sammlung“ und „Stadium“ entwickelt Muntadas einen dritten Raum, welcher der breit gestreuten Wirkungsmacht und Reichweite von Protokollen gewidmet ist. Das hier präsentierte dokumentarische Material geht sowohl den sprachlichen Definitionen als auch den bildlichen Repräsentationen von Protokollen - zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten - nach. Darüber hinaus zeigt Muntadas hier eine Reihe bereits bestehender Arbeiten, die unter dem Aspekt des Protokolls neu gelesen werden.

Katalog: Zu seiner Ausstellung im Württembergischen Kunstverein erscheint eine Broschüre (Juni 2006) sowie eine umfangreiche Publikation (August/September 2006)

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Baden-Württemberg | Ort:  Stuttgart |
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