Museum für Thüringer Volkskunde
99084 Erfurt
Juri-Gagarin-Ring 140 a

Von Katzen & Menschen
Auf den Spuren einer besonderen Beziehung

Laufzeit: 11. Mai 2006 bis 27. August 2006

Alle Katzenfreunde sind in Erfurt herzlich willkommen. Das Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt präsentiert vom 11. 5. - 27.8.2006 eine Sonderausstellung unter dem Titel "Von Katzen und Menschen. Auf den Spuren einer besonderen Beziehung". Sie greift Themen wie Domestizierung, Katzenverehrung und -verfolgung und deren Entwicklung zum beliebtesten Haustier auf. Sie informiert mit vielen interessanten Exponaten über deren Wirken in der Kunst, Literatur, in der Werbung sowie im Alltagsleben des Menschen. Verbunden ist die Ausstellung auch mit einem Fotowettbewerb zum genannten Thema, dessen Ergebnisse über den gesamten Zeitraum zu sehen sind.

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Von Katzen und Menschen. Auf den Spuren einer besonderen Beziehung

Viele Menschen sind von Katzen fasziniert. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Die Geschichte ihrer Beziehung gestaltete sich äußerst wechselhaft. Hauptstammform unserer Hauskatze ist nach bisherigen Erkenntnissen die afrikanisch-arabische Falbkatze. Vermutlich schloß sich die Katze bereits im 8. und 7. Jahrtausend v. Chr. dem Menschen an. In Ägypten begann die Domestikation wohl erst vor etwa 6000, vor 4000 Jahren war sie bereits beliebtes Haustier. Die Menschen schätzen sie als wirkungsvolle Waffe gegen Mäuseplagen. Unter den Tiergöttern Ägyptens erlebte sie als Symbol der Göttin Bastet vor etwa 3000 Jahren besondere religiöse Verehrung. Mit dem Niedergang Ägyptens verlor sie diese in der Geschichte der Beziehung von Mensch und Katze einmalige hohe gesellschaftliche Stellung. Infolge ausgedehnter Handelsbeziehungen, der Eroberung Ägyptens durch die Römer und der Ausweitung des Römischen Reiches verbreitete sich die Katze allmählich im gesamten Mittelmeerraum und in Mitteleuropa. Um das 5. Jh. n. Chr. gehörte sie bereits zum festen Bestand der mitteleuropäischen Haustierwelt. Im Mittelalters schätzte man sie in erster Linie als effektiven Mäusejäger, aber auch als Pelz- und Rohstofflieferant. Für das christliche Zentraleuropa war jedoch zunehmend eine zwiespältige Haltung zu Katzen charakteristisch. Ihr noch nicht erklärbares typisches Verhalten (Nachtaktivität, Leuchten der Augen im Dunkeln, sexuelles Verhalten, Unabhängigkeit vom Menschen) bestärkte abergläubische Vorstellungen von einer Verknüpfung zu Zauberern und Hexen. Als Synonym für Unglück, Hinterlist, Gier und Lust erfuhr sie im 13./ 14. Jahrhundert zunehmende Ablehnung, die in den Zeiten von Hexenprozessen bis in die Neuzeit (17. Jh.) auch zur ihrer Verfolgung führte. Gesellschaftlichen Veränderungen Europas im 18. Jahrhundert führten allmählich zur Rehabilitation der Hauskatze. Im 19. Jh. eroberte sie sich allmählich in Stadt und Land das Haus. Wachsende Popularität genoß die Katze besonders seit dem 18. und frühen 19. Jahrhundert bei Schriftstellern und Künstlern.
Die Entwicklung der Farblithographie und weiterer Druckverfahren für Bilder im 19. und 20. Jahrhundert sowie eine große Anzahl leistungsfähiger Druckereien ermöglichten die preiswerte Produktion von Gebrauchskunst in Form von Postkarten, Briefmarken, Buchillustrationen u.v.m. Seit über hundert Jahren bedient sich die Werbung der Katze. Neben Werbung eigneten sich Katzen auch ideal für die Vermittlung von Wärme, Schönheit. Seit Ende des 19. Jh. hat die Industrie den Markt der Katzenliebhaber entdeckt. Katzenfreunde können seitdem in unübersehbaren Mengen jede Art von Gebrauchsgegenständen mit Katzenmotiven erwerben. Außerdem werden sowohl Künstlerkatzen als auch zahlreiche preiswerte Katzenfiguren weltweit aus den unterschiedlichsten Materialien (Porzellan, Glas, Keramik, Holz, Stein, Papiermaché) hergestellt, die Katzenliebhaber sammeln können.
Gegenwärtig ist sie in Ländern Westeuropas, in Deutschland und den USA beliebtestes Haustier. In Deutschland werden zur Zeit etwas mehr als sieben Millionen Katzen gehalten, 2010 rechnet man mit einer Steigerung auf ca. 7,5 Millionen. In den letzten Jahrzehnten haben sich in den genannten Ländern nicht nur die Motive, sondern auch die Art und Weise der Katzenhaltung verändert, wobei es nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie innerhalb der Dörfer gibt.

Kategorien:
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