Gropius Bau
10963 Berlin
Niederkirchnerstr.7

Im Zeichen des Goldenen Greifen. Königsgräber der Skythen

Laufzeit: 06. Juli 2007 bis 01. Oktober 2007

Die Skythen und die mit ihnen verwandten nomadischen Völker prägten vom 8. bis 3. vorchristlichen Jahrhundert die Geschichte des eurasischen Steppenraums. In der Ausstellung wird weltweit erstmals in derartig umfassender Weise die Geschichte und Kultur dieses Reitervolkes präsentiert, von seinen Ursprungsgebieten entlang des Jenissei bis an die Tore Mitteleuropas. Damit werden die bereits lange vor der Nutzung der Seidenstraße bestehenden Fernbeziehungen zwischen Asien und Europa deutlich. Im Mittelpunkt der Schau stehen die bedeutendsten Fürstengräber der einzelnen Regionen mit ihren prachtvollen Ausstattungen sowie die großartigen Neuentdeckungen der letzten Jahre.

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet in seinen Historien über das im Süden Sibiriens zu lokalisierende Land der "goldhütenden Greifen". In dieser Region führten in den Jahren 2000-2003 das Deutsche Archäologische Institut Berlin und die Staatliche Eremitage St. Petersburg gemeinsam Ausgrabungen durch. In Aržan, nahe der russisch-mongolischen Grenze, wurde im "Tal der Könige" ein Grabhügel untersucht, dessen Inhalt mit Tausenden Goldgegenständen eine der größten archäologischen Sensationen der letzten Jahre ist - In seiner Bedeutung kommt er durchaus dem Grab des Tutenchamun nahe.

In den Höhen des Altaigebirges gab der Dauerfrostboden weitere spektakuläre Funde frei: Allem voran sind es die tätowierten Mumien, die ihre Faszination auf den Besucher ausüben. Weltweites Aufsehen erregten auch die hervorragend erhaltene Kleidung, der prachtvoll verzierte Pferdeschmuck und andere Gegenstände aus Holz, Textil und Leder. Noch nie vorher war es möglich, diese Gegenstände aus vergänglichen Materialien so umfassend öffentlich zu zeigen.

Mächtige Grabhügel - Kurgane - prägen die eurasische Steppenlandschaft. In ihnen wurden Könige und Fürsten mit einem beeindruckendem Zeremoniell und prunkvollen Gegenständen aus Gold bestattet. Die wichtigsten dieser Grabkomplexe können in der Ausstellung präsentiert werden, vom "Goldenen Mann von Issyk" in Kasachstan, einem Angehörigen der sakischen Kultur über die sauromatischen Funde am südlichen Ural bis zu den prachtvollen Objekten aus den Kurganen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres. Am Schluss der Ausstellung stehen Gegenstände aus Mittel- und Südosteuropa. Sie zeigen eindrücklich die Vielfalt der Verbindungen zwischen Europa und Asien, die bereits um die Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. im Rahmen eines ausgedehnten eurasischen Kulturkomplexes bestanden.

In den Fokus der Ausstellung rücken neben den archäologischen Hinterlassenschaften der Skythen auch die Ergebnisse der modernen Ausgrabungstechnik, der naturwissenschaftlichen und anthropologischen Untersuchungen. Sie liefern zunehmend sensationelle Erkenntnisse über die faszinierende Grabarchitektur, die Umweltbedingungen in den Steppenregionen, die Ernährung, Verwandtschaftsbeziehungen oder Krankheiten der Skythen.

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