Bach-Museum Leipzig
04109 Leipzig
Thomaskirchhof 15/16

Dieterich Buxtehude (um 1637-1707)

Laufzeit: 27. September 2007 bis 30. Dezember 2007

Zum 300. Todestag des berühmten Komponisten und Organisten Dieterich Buxtehude zeigt das Bach-Museum Leipzig eine reich bestückte Sonderausstellung zu seinem Leben und Wirken. Im Mittelpunkt stehen Buxtehudes Zeit als Organist an der Lübecker Marienkirche, seine Aufsehen erregenden Abendmusiken sowie seine Wirkung auf Bach und dessen Umkreis.
In der Sonderausstellung sind unter anderem originale Notenhandschriften und Briefe von Buxtehude sowie Abschriften von dessen Werken aus dem engsten Kreis um Johann Sebastian Bach zu sehen.

Schon seine Zeitgenossen nannten Dieterich Buxtehude einen „weitberühmten Musicus und Organiste“. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Helsingborg und dem naheliegenden Helsingør. In beiden Städten war er als Organist tätig. Im Alter von etwa 30 Jahren wechselte Buxtehude nach Lübeck, wo er die angesehenste Musikerstelle der freien Reichs- und Hansestadt übernahm: das Organistenamt an der Marienkirche. Zu diesem Amt gehörte auch die Funktion des Werkmeisters, dem die Buchführung für die Einnahmen und Ausgaben der Kirche oblag. Beide Ämter führte Buxtehude fast 40 Jahre aus. In Lübeck entstand der größte Teil seiner Werke für Tasteninstrumente, Streichinstrumente sowie seiner vokal-instrumentalen Musik.
Nur etwas 260 seiner Kompositionen sind erhalten geblieben, darunter wohl eine der berühmten Abendmusiken. Diese weit über Lübeck hinaus bekannten Musikveranstaltungen, die jedes Jahr an fünf Sonntagen im November und Dezember in der Marienkirche stattfanden, waren aufsehenerregende Ereignis. Bis zu 40 Sänger und Instrumentalisten konnten auf sechs Kirchenemporen verteilt an den Abendmusiken mitwirken. Johann Sebastian Bach nahm im Herbst 1705 eine beschwerliche, 400 Kilometer lange Fußreise von Arnstadt nach Lübeck auf sich, um einer der prunkvollsten Aufführungen mitzuerleben.
Die Musik Buxtehudes umgab Johann Sebastian Bach bereits seit seiner Kindheit. Erst kürzlich entdeckten Mitarbeiter des Bach-Archivs eine Abschrift von Buxtehudes Choralbearbeitung „Nun freut euch, lieben Christen g’mein“ BuxWV 210 und identifizierten sie als frühestes handschriftliches Zeugnis Bachs: Bereits im Alter von etwa 13 Jahren hatte er sich also eines der anspruchvollsten Werke Buxtehudes abgeschrieben. Sieben Jahre später reiste er nach Lübeck, um Buxtehude persönlich kennenzulernen. Manche der Anregungen durch Buxtehude verarbeitete Bach in seinen eigenen Kompositionen. Überlieferungen von Werken Buxtehudes durch den Schülerkreis und das Umfeld Bachs belegen zudem, wie hoch dessen Musik geschätzt wurde.
Am 9. Mai 2007 jährte sich Buxtehudes Todestag zum 300. Mal. Zu sehen sind in der Ausstellung originale Musikalien und Handschriften von Buxtehude, Instrumente, die bei seinen Abendmusiken gespielt wurden, sowie Abschriften von dessen Werken aus dem engsten Kreis um Johann Sebastian Bach.

Katalog: Dieterich Buxtehude (um 1637-1707)

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