Gropius Bau
10963 Berlin
Niederkirchnerstr.7

Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum

Laufzeit: 27. Juni 2008 bis 28. September 2008

Die Stadt Paestum ist mit seinen drei großen dorischen Tempeln durch die Stiche Piranesis (1777/78) und die eindrucksvolle Beschreibung Goethes in seiner Italienischen Reise (1787) schon früh berühmt geworden. Die Stadt in Süditalien bewahrt zugleich einen der größten Schätze antiker Freskomalerei auf. In den 1960er Jahren wurden bei Ausgrabungen rund 200 reich bemalte Gräber aus der Zeit der Lukaner (4. Jh. v. Chr.) entdeckt.

Der Martin-Gropius-Bau widmet diesen seltenen Beispielen antiker Grabkunst nun eine Ausstellung. Insgesamt 43 bemalte Grabplatten aus dem Museo Archeologico Nazionale di Paestum werden in Berlin präsentiert, darunter sieben vollständige Gräber. Die aus jeweils vier tonnenschweren Einzelplatten bestehenden Steingräber werden in der Ausstellung wieder zu ihrer ursprünglichen Form zusammengesetzt und frei im Raum aufgestellt. Anders als im Museum von Paestum, wo die Malereien nur als Einzelplatten zu betrachten sind, wird damit die räumliche Einheit der Darstellungen wieder hergestellt. Die Fresken zeigen Kampfszenen, Wettkämpfe sowie Bestattungsriten des italischen Volksstammes der Lukaner, der im 5. Jh. v. Chr. die ehemals griechische Kolonie Paestum besiedelte.

Im Unterschied zu den Pyramiden der Pharaonen, den Grabstelen der Griechen und römischen Sarkophagen waren die Gräber der Lukaner nicht für die Nachwelt gedacht. Sie wurden gleich nach dem Begräbnis verschlossen. Die Bilder waren den Blicken der Lebenden entzogen und dazu bestimmt, den Toten ins Jenseits zu begleiten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Grabfresken über 2400 Jahre bis heute erhalten geblieben sind. Sie bieten damit einen seltenen Einblick in die Bildkunst jener Zeit, denn die griechischen Malereien, die den Künstlern von Paestum als Vorbild dienten, sind heute weitgehend verloren. Paestum wird daher nicht allein als Stätte berühmter griechischer Tempel begriffen, sondern auch als Ort der umfassendsten „Pinakothek“ antiker Malerei.

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