Rendezvous auf dem Laufsteg
50 Jahre Trierer Mode - 50 Jahre Barbie

Laufzeit: 07. Dezember 2008 bis 02. August 2009

Glamour und Lifestyle ziehen ab Sonntag, 7. Dezember 2008, im Stadtmuseum Simeonstift Trier ein. Das Museum direkt neben der Porta Nigra zeigt dann in einer neuen Sonderausstellung einen Einblick in die Mode der letzten fünf Jahrzehnte. Neben Modellen für Erwachsene werden auch rund 100 Barbies in zeitgenössischer Kleidung zu sehen sein.

Die Ausstellung veranschaulichen die Entwicklung und Modeströmungen von den 1950er Jahren bis heute. Historisches Filmmaterial sowie Fotos und Plakate reichern die Schau an und lassen die letzten Jahrzehnte lebendig werden. Gemeinsam mit erst kürzlich in Archiven und Privatnachlässen entdeckten Musterstücken und Dokumenten entstand eine eindrucksvolle Sonderschau zu Entwürfen der Trierer Werkkunstschule / Fachhochschule und Barbie, der wohl bekanntesten Modepuppe der Welt, die im März 2009 außerdem ihren 50. Geburtstag feiert!

In Trier begann man schon vor mehr als 100 Jahren, Designer und Kunsthandwerker auszubilden. Im Jahr 1900 wurde hier eine Werkkunstschule gegründet, die bereits 1922 eine eigene Modeklasse einrichtete – die älteste noch existierende Modefachklasse Deutschlands. Ihre erste Leiterin war Hella Leister, eine kreative und künstlerische veranlagte Schneiderin, die sich mit eigenwilligen Kreationen einen Namen machte. In den 30er Jahren wandelte sich der Zeitgeschmack und man kehrte zu eher traditionellen und der volkstümlichen Mode entlehnten Formen zurück. Eine neue Ära begann in den 1950er und 60er Jahren unter der Leitung von Anita Dixius-Sonjé, die sich mit ihren Entwürfen an der internationalen Pariser Mode orientierte. Mit der Angliederung an die im Jahr 1971 gegründete Fachhochschule wurde aus der „Fachabteilung Mode“ der Werkkunstschule die „Abteilung Modedesign“, die bis heute besteht.

Die Trierer Ausstellung legt ihren Schwerpunkt auf die Entwürfe der 1950er und 60er Jahre, als erstmals ein internationales Flair in der Modeklasse der Werkkunstschule Trier vorherrschte. In dieser Zeit begann auch Barbie, den Markt zu erobern. Nach dem Vorbild der 1955 kreierten deutschen Bild-Lilli-Puppe lancierte die US-amerikanische Firma Mattel 1959 ihre erste Barbie. Sowohl Lilli als auch Barbie bedeuteten eine Revolution für die Spielzeug-industrie, denn zuvor waren Puppenmodelle mit kindlichen Formen üblich gewesen. Nun gab es aber eine erwachsene Puppe mit weiblicher Figur.

Barbie steht damit in der Tradition der berühmten Pariser Modepuppen des 19. Jahrhunderts. Gedacht war sie als „Ergänzungsspielzeug“, denn das Spielen mit Barbie wurde für Mädchen (und Jungen) vor allem durch das Anziehen mit modischen Kleidern, Accessoires und Zubehörteilen interessant. In Deutschland war Barbie ab Mitte der 60er Jahre erhältlich, und die Werbetexte zur Markteinführung fühlten sich bemüßigt, noch aufwändige Spielerläu-terungen als „Ankleidepuppe“ und „Mannequin-Puppe“ zu verwenden, um die Funktion des neues Spielzeugs zu erklären. Barbies Kleidungsstil war stets ein Spiegel der vorherrschenden Mode, wobei aufwändige Abend- und Ballkleider seit Produktionsbeginn zu den beliebtesten Outfits gehörten. Aufgrund hochwertiger Materialien, der sorgfältigen Verarbeitung und des reichhaltigen Zubehörs waren sie teuer und empfindlich, was diese frühen Puppen heute zu begehrten Sammlerstücken macht.

Im Laufe der Zeit durchlief Barbie eine Reihe von Veränderungen, die vor allem ihren Kleidungsstil und ihre Frisur betrafen. Neben Kleidern für die elegante Dame gab es bald auch bequeme Outfits für die sportliche Freizeitgestaltung. Außerdem wurde der „Weltraum-Look“ populär, der sich mit klaren Linien, geometrischen Formen und Materialien wie Plastik und Metall ein futuristischen Aussehen zu verleihen meinte. In den 70er Jahren wurde nicht nur die Kleidung, sondern sogar die Puppe selbst verändert: sie konnte ihre Knie beugen, gehen, tanzen und greifen – nie zuvor war sie so beweglich und aktiv. Außerdem wurde ihr Gesicht 1977 neu gestaltet: Barbie und ihr Freund Ken erhielten leuchtende Augen und ein strahlend weißes Lächeln. Diese „Superstar-Ära“ dauerte fast 20 Jahre.

Zahlreiche Barbiepuppen und Modellkleider der Trierer Werkkunstschule / Fachhochschule veranschaulichen in der Ausstellung die Entwicklung und Modeströmungen von den 1950er Jahren bis heute. Historisches Filmmaterial sowie Fotos und Plakate reichern die Schau an und lassen die letzten Jahrzehnte anschaulich und charmant lebendig werden. Gemeinsam mit erst kürzlich in Archiven und Privatnachlässen entdeckten Musterstücken und Dokumenten entstand eine eindrucksvolle Sonderschau zu Entwürfen der Trierer Werkkunstschule / Fachhochschule und Barbie, der wohl bekanntesten Modepuppe der Welt, die außerdem 2009 ihren 50. Geburtstag feiert!

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Design | Kulturgeschichte | Kinder |  Ausstellungen im Bundesland Rheinland-Pfalz | Ort:  Trier |
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