Neuer Korb voll Allerlei. Bücher für Kinder. Ein Gang durch sechs Jahrhunderte

Laufzeit: 15. März 2009 bis 12. Juli 2009

Vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, genauer von 1476 bis 1950, erstreckt sich die Ausstellung historischer Kinderbücher, die ab 13. März in Schweinfurt und Bad Kissingen zugleich zu sehen ist.
Die Erforschung der Geschichte des Kinderbuchs, das früher nur als eine zusätzliche erzieherische Maßnahme gesehen wurde, hatte man lange Zeit ganz den Pädagogen überlassen. Die ersten Untersuchungen zur Kinderliteratur Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammten daher meistens von ebendiesen Pädagogen, die in Deutschland in diesem Bereich Pionierarbeit leisteten, bis sich auch die Literaturwissenschaft des Themas annahm.

Eine ausreichend breite Dokumentation von Titeln deutschsprachiger Kinderliteratur seit dem 15. Jahrhundert ist jedoch noch lange nicht in Sicht. Viele Kinderbücher, die nur dem Titel nach bekannt sind, bekommen ja erst durch den Nachweis in einer Sammlung faßbare und beschreibbare Gestalt. Indem es seinen Bestand an historischen Kinderbüchern in dieser Ausstellung präsentiert, möchte das Otto Schäfer Museum in Schweinfurt dazu beitragen, solche Sondersammlungen der Öffentlichkeit stärker ins Bewußtsein zu bringen.
Beginnend mit Albrecht Dürers 1510 gedrucktem Holzschnitt vom Schulmeister und seinen Schülern, der von einem Gedicht mit Anstandsregeln begleitet wird, zeigt die erste Abteilung der Ausstellung frühe Sittenlehren und Katechismen des 16. und 17. Jahrhunderts, sowie bedeutende theoretische Schriften und Kinderbücher der fortschrittlichen Pädagogen des 18. Jahrhunderts, zum Beispiel von Johann Bernhard Basedow, Christian Gotthilf Salzmann oder Joachim Heinrich Campe. Etliche Bücher dieser Gruppe stammen auch aus der bereits im späten 18. Jahrhundert begründeten Schweinfurter Lehrerbibliothek, die im Stadtarchiv Schweinfurt aufbewahrt wird.
Relativ früh setzte sich die Erkenntnis durch, daß man der Leselust von Kindern, nicht mit Tischsitten und Verhaltensregeln beikommen konnte. Man mußte ihnen etwas bieten, was ihre Neugier befriedigte und spannend zu lesen war. Daher stehen am Anfang der Kinderliteratur auch Volksbücher und Bearbeitungen von Fabeln, Tierepen und Heldensagen. Das älteste Buch der Ausstellung sind Aesops Fabeln von 1476. Das Volksbuch von „Kaiser Karolus Sohn, genannt Loher“ wurde 1514 gedruckt. Eine plattdeutsche Ausgabe des Reineke Fuchs stammt von 1539.
Nachdem die Kinderliteratur schon in der Aufklärungszeit ab 1760 einen bedeutenden Aufschwung nahm, kamen im 19. Jahrhundert reich illustrierte Sachbücher für Kinder hinzu, eroberten sich Märchen und Kindergedicht einen festen Platz im Kinderbuch. Das Sachbuch, das in idealer Weise das kinderliterarische Prinzip der Zeit, „prodesse et delectare“, also Nutzen bringen und Freude machen, verwirklichen sollte, ist mit einigen prächtig illustrierten Ausgaben vertreten, unter anderen dem berühmten „Bilderbuch für Kinder“ des Verlegers Bertuch. Es geht auf den "Orbis pictus" des Johann Amos Comenius von 1658 zurück, der ebenfalls präsentiert wird.
In einem Exkurs werden zahlreiche Bilderbuchausgaben der "Märlein" Friedrich Rückerts vorgestellt.

Kategorien:
Literaturgeschichte | Kinder |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  Schweinfurt |
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