Kunsthalle Fridericianum
34117 Kassel
Friedrichsplatz 18

Matt Stokes
No Place Else Better Than Here

Laufzeit: 04. Dezember 2010 bis 20. Februar 2011

Matt Stokes setzt sich in seinen filmischen und eventbasierten Werken mit Subkulturen auseinander. In akribischer Recherche geht er den Ursprüngen bestimmter Szenen und Musikgruppen nach und untersucht die lokal spezifische Entwicklung wie z.B. die der Folk-Bewegung, des Northern Soul oder des Punk. Stokes interessiert sich dafür, wie Musik ein Gefühl von Kollektivität erzeugt, als Katalysator für bestimmte Gruppen fungiert und das Leben und die Identität des Menschen beeinflusst. Er vertieft sich in ein bestimmtes Umfeld, lässt sich auf die Gemeinschaft einer Subkultur ein, und so gelingt es ihm, die Charakteristika bestimmter Szenen auf eine künstlerische Weise zu vermitteln, die nicht nur dokumentarisch, sondern auch persönlich und expressiv ist. Aus der langfristigen Recherche, dem Sammeln von Eindrücken, Geschichten und Materialien resultieren Arbeiten, die in Form von Filmen, Ausstellungen, aber auch musikalischen Werken ein konzeptuelles und ästhetisches Eigenleben entfalten.

Matt Stokes setzt sich in seinen filmischen und eventbasierten Werken mit Subkulturen auseinander. In akribischer Recherche geht er den Ursprüngen bestimmter Szenen und Musikgruppen nach und untersucht die lokal spezifische Entwicklung wie z.B. die der Folk-Bewegung, des Northern Soul oder des Punk. Stokes interessiert sich dafür, wie Musik ein Gefühl von Kollektivität erzeugt, als Katalysator für bestimmte Gruppen fungiert und das Leben und die Identität des Menschen beeinflusst. Er vertieft sich in ein bestimmtes Umfeld, lässt sich auf die Gemeinschaft einer Subkultur ein, und so gelingt es ihm, die Charakteristika bestimmter Szenen auf eine künstlerische Weise zu vermitteln, die nicht nur dokumentarisch, sondern auch persönlich und expressiv ist. Aus der langfristigen Recherche, dem Sammeln von Eindrücken, Geschichten und Materialien resultieren Arbeiten, die in Form von Filmen, Ausstellungen, aber auch musikalischen Werken ein konzeptuelles und ästhetisches Eigenleben entfalten.
Die Kontextgebundenheit in Stokes’ Arbeiten bezieht sich häufig auf die musikalische Geschichte desjenigen Ortes, für den er eine Ausstellung konzipiert. Bereits 2003 blickte der Künstler mit dem fortlaufenden Projekt Real Arcadia (2003) auf die britische Ravekultur der 1980er Jahre zurück, die in Höhlen (den sogenannten Cave Raves) in der freien Natur ausgelebt wurde. Hierfür nahm Stokes engen Kontakt zu den damaligen Akteuren auf, trug Filmmaterial und zugehörige Fernsehberichte zusammen und sammelte eine Vielzahl von Objekten, anhand derer er die Geschichte dieser Kultur nicht nur archivierte, sondern zugleich zu neuem Leben erweckte. Während eines Künstleraufenthalts in Austin entstand für das Arthouse die Arbeit these are the days (2008), mit der Matt Stokes die Bewegungen des Punk, Post-Punk und des DIY in Austin erkundete. Diese Alternativszenen stellten seit den 1970er Jahren eine Art Antihaltung gegen den Mainstream dar und haben sich zu einflussreichen Subkulturen vor Ort entwickelt. Im Rahmen einer Solopräsentationen in Gateshead und London entstand das filmische Werk The Gainsborough Packet (2008-09). An das Format von Musikvideos erinnernd und im Stil von Kostümfilmen verweist The Gainsborough Packet auf den Industrialisierungsschub während der Mitte des 19. Jahrhunderts und auf die entscheidende Bedeutung von Musik und Gesang im täglichen Ablauf der jung urbanisierten Bevölkerung.
Mit seiner Kasseler Ausstellung widmet sich Matt Stokes dem Phänomen der nachhaltigen Wirkung von Musik des Underground als Gegenbewegung zum Mainstream sowie ihrer Fähigkeit zur Kollektivbildung in Subkulturen und deren Einflussnahme auf die Meinungsbildung und den Lifestyle; Fragestellungen, die Stokes’ gesamtes Oeuvre durchziehen. Vor diesem Hintergrund wird die filmische Arbeit The Gainsborough Packet mit skulpturalen und Objekt-Arbeiten, die aus dem Zusammenhang der Ravekultur entstammen, sowie mit einer großen Filminstallation, die speziell für seine Kasseler Präsentation produziert wird, kombiniert. Installiert in einem Halbrund, das den Hauptflügel des Fridericianums bestimmen wird und an die Architektur antiker Amphitheater erinnert, wird diese neue Filmarbeit einen eindringlichen Blick auf die Musikkulturen des Hard- und Grindcore und des Death Metal richten, die besonders in den 1980er und 1990er Jahren im musikalischen Underground der Stadt Kassel eine große Rolle spielten. Für dieses Projekt hat Stokes sechs Hardcore-Sänger ausgewählt, von denen einer aus Kassel stammt und weitere fünf internationaler Herkunft sind. Matt Stokes wird ihren typischen Gesang, der zumeist ohne Worte auskommt, mithilfe einer musikalischen Komposition miteinander in Verbindung stellen. Das Auditive, ihre Bewegungen und die Körperhaltungen der Sänger, aber auch die Aufnahmeorte, die die filmische Kulisse darstellen werden, tragen zur besonderen Atmosphäre dieser Arbeit bei.

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Kategorien:
Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Hessen | Ort:  Kassel |
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