cubus kunsthalle
47051 Duisburg
Friedrich-Wilhelm-Str. 64

CHINESISCHE DINGE

Laufzeit: 01. August 2012 bis 23. September 2012

Was sind chinesische Dinge? Ist das alles, was MADE IN CHINA ist? Wohl kaum, denn all den Fernsehern, Kühlschränken, Solarmodulen, Billigmöbeln oder I-pads haftet kaum etwas an, was wir als chinesisch beschreiben würden - auch wenn sie, wie ein stetig wachsender Anteil an Konsumgütern dieser Welt, auf chinesischen Werkbänken zusammengeschraubt worden sind. Die gewaltigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, die die VR China in den vergangenen Jahrzehnten durcheilt hat, haben die Welt verändert. Sie haben aber zu allererst China selbst in radikaler Weise verändert. Sie haben dem Land einen wachsenden Wohlstand gebracht, zugleich aber auch für eine gewisse Entwurzelung gesorgt, sofern diese nicht bereits durch den Zusammenbruch des Qing-Reiches, die japanische Okkupation, den Bürgerkrieg und Maos Kulturrevolution erreicht war.

Jedenfalls wurde China in den vergangenen dreißig Jahren so grundlegend verändert, dass es vielen Menschen zunehmend schwer fällt, sich ihrer eigenen kulturellen Wurzeln als Chinesen zu vergewissern. Vor allem ist es die Geschwindigkeit, mit der das alte China entsorgt und durch eine eher sterile, auf diffuse Weise international-moderne Lebensform ersetzt wird, was den Menschen zu schaffen macht.
Die Reihe "Essentially Chinese" der POPCORN IDEA FACTORY aus Peking möchte Geschichten erzählen, die sich hinter alltäglichen Dingen, Personen, Gebäuden, und weiteren Aspekten des modernen China verstecken. Aus dem ästhetischen und sozialen Blickwinkel analysiert die Reihe das Image Chinas grundlegend wie aktuell und will dabei zu mehr Diversität und Perspektiven bei der Annäherung an die chinesische Kultur anregen. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Projekt "CHINESISCHE DINGE", das Teil der Reihe ist, seine besondere Bedeutung. Es ist die Suche nach Dingen, die eine spezifisch chinesische Qualität haben, und der Versuch, diese in einem Buch und einer Ausstellung vorzustellen und hinsichtlich ihrer gesellschaftlich-kulturellen Bedeutung zu analysieren.
Das Projekt war von vorn herein als ein internationales konzipiert - das 2009 zur Frankfurter Buchmesse herausgekommene Buch erschien gleichzeitig in Chinesisch, Englisch und Deutsch - es richtet sich somit an eine internationale Öffentlichkeit... vielleicht könnte man sagen an China selbst (und seine asiatischen Nachbarn) ebenso wie an die angelsächsische Welt und Kontinentaleuropa.
Vor dem Hintergrund des Aufstiegs Chinas zur Weltmacht des 21. Jahrhunderts gewinnen Projekte wie diese zweifellos auch über China hinaus Bedeutung, erklären sie uns doch, wie dieses Land tickt, wie das Leben in China abläuft - und für die Chinesen selbst mag es angesichts der immer mehr um sich greifenden Internationalisierung und kulturellen Verflachung eine Form der Selbstvergewisserung sein - vielleicht auch mit einer gewissen Nostalgie im Blick.

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