Horst-Janssen-Museum
26121 Oldenburg
Am Stadtmuseum 4-8

Horst Janssen als Angeber X - Flegeleien und Verneigungen

Laufzeit: 13. Oktober 2012 bis 06. Januar 2013

m Jahr 1982 veröffentlichte Horst Janssen sein Pamphlet "Horst Janssen als Angeber X - Eine Quijoterie". In Form von Zeichnungen, Collagen und Kommentaren greift der Zeichner Janssen Zeitgenossen und ihre Kunst an. Mittels amüsanter Polemik drückt er seine Verachtung dem damaligen Kunstbetrieb gegenüber aus.

Janssen hat sich in künstlerischer Hinsicht immer wieder mit den großen Vorbildern aus der Kunstgeschichte auseinandergesetzt. Mit Rembrandt und Goya beispielsweise hält er zeitlebens "Zwiesprache", wie er es nennt, und erklärt sie zu seinen "adoptierten Ahnen". Die Nähe zu zeitgenössischen Künstlerkollegen hat Janssen im Gegensatz dazu nie explizit gesucht. Bis auf eine Ausnahme: Anfang der 1980er Jahre stellt er sich mit dem Buchprojekt "Angeber X" selbst in den Kontext der aktuellen Kunst.

Seine Verehrung für die "Alten Meister", lässt sich an einer Vielzahl seiner Arbeiten ablesen - auch in Texten verneigt er sich bisweilen tief vor seinen Vorbildern. Erstmalig aber wagt sich Janssen hier auch an eine öffentliche Stellungnahme über Kunst und Künstler seiner Gegenwart. Der Titel der Publikation geht zurück auf den Kinderreim "Angeber icks, kann ja nix", mit dem sich Janssen seit Mitte der 1970er Jahre und bei passender Gelegenheit gern identifiziert.
In über fünfzig Collagen und Zeichnungen zum "Angeber X", die er mit Kommentaren versieht, tut er kund, was ihm an zeitgenössischen Künstlern sowie Feuilleton und Kunsthandel missfällt. "Die 2 lächerlichsten Armseligkeiten heute sind zugleich die berühmtesten Erscheinungen im Gehege Bildende Kunst: Warhol+Beuys. Und dieser Ruhm wird mit jedem überflüssigen Wort zur Sache grösser+grösser und darum will ich auch zu diesem Turmbau mit einem kleinen Steinchen das meinige beitragen."

Grundlage für viele dieser Arbeiten sind Original-Grafiken von Künstlerkollegen wie Friedrich Meckseper, Horst Antes, Konrad Klapheck, Johannes Grützke u.a., die ihm Freund und Herausgeber des "Angeber X", Claus Clément, zur Verfügung gestellt hat. Janssen hat diese Originale zu eigenen Kompositionen "verwertet" und formuliert seine Anklage darin in furiosem Wortgefecht, in fantasiereichen Gedankengängen und mit viel flegelhaftem Witz.

Die Ausstellung zeigt sämtliche Originale zu Janssens "Angeber X" und stellt sie den Grafiken der von ihm verschmähten wie verehrten Künstler gegenüber - neben den Blättern aus dem "Angeber X", sind 27 Referenzwerke von Künstlern wie Paul Wunderlich, Salvador Dali, André Thomkins, Hans Baldung Grien, Horst Antes, Arnulf Rainer, Jim Dine u.a. zu sehen.

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