Wanderarbeit: Mensch - Mobilität - Migration

Laufzeit: 28. April 2013 bis 29. September 2013

Die Ausstellung "Wanderarbeit" setzt acht historische Wanderberufe in Szene und stellt ihnen sieben aktuelle Berufsfelder entgegen: Schäfer, Schausteller, lippische Ziegler, Scherenschleifer, ostwestfälische Heringsfänger, Amerikaauswanderer, italienische Eismacher, spanische Gastarbeiter - dies sind die klassischen Wanderarbeitsberufe in der Geschichte. Als Arbeitsmigranten heutiger Tagen werden Bauarbeiter, polnische Spargelstecher, rumänische Pflegekräfte, Pendler, Beschäftigte in Callcentern, Auswanderer und Flüchtlinge auf Lampedusa vorgestellt.

Das Spektrum der Exponate reicht von historischen Schleiferkarren aus dem 19. Jahrhundert über das funktionsfähige Spielkarussell eines Schaustellers bis zu den angeschwemmten Habseligkeiten der Lampedusa-Flüchtlinge. Zu sehen ist auch der silberne Löffel des Zieglers Christoph Friedrich Karl Schweppe, den ihm der Ziegeleibesitzer für 25-jährige treue Arbeit schenkte. Der ausgestellte Eiswagen von 1903 stammt aus Recklinghausen und steht heute normalerweise in einem Museum in Zoldo (Dolomiten).

Eins ist den Arbeitsmigranten damals wie heute gemeinsam: Sie wandern, weil ihr Beruf es erfordert oder weil sie in der Heimat nicht genügend Arbeit finden. Neben wirtschaftlicher Not, Armut, Karriere oder der Lust auf Abenteuer und Veränderung spielt heute auch die Globalisierung des Arbeitsmarktes eine große Rolle. Willi Kulke: "Angebot und Nachfrage sind die hauptsächlichen Beweggründe, warum Menschen für ihre Arbeit den Wohnort oder das Land wechseln müssen. Sie werden damit zu dauerhaften oder temporären Wanderarbeitern."

Historische und moderne Arbeitswelten

Im Mittelpunkt der 15 Ausstellungsbereiche stehen das Leben der Menschen und die Folgen der Arbeitswanderung für die Gesellschaft. Jede Abteilung greift zentrale Begriffe wie Heimat, Fernweh, Heimweh, Aufbruch, Angst, Hoffnung, Sehnsucht, Mobilität, Einsamkeit, Fremde, Gemeinschaft, Flucht, Neubeginn, Abenteuer und Außenseiter auf und stellt sie in einen historischen und in einen aktuellen Zusammenhang.

Die Ausstellung stellt auch Fragen an die Zukunft: Welche Folgen hat es für Familien und Freundschaften, wenn sich Arbeit weiter globalisiert? Was bedeutet die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren? Wird sich die Konkurrenz zwischen unterschiedlich bezahlten Arbeitskräften in Europa und Asien noch weiter verstärken? Konkurrieren die polnischen Erntehelfer bereits mit noch günstigeren Arbeitern aus der Ukraine oder aus Aserbaidschan? "Die Mobilität der Arbeit hat soziale und ökonomische Auswirkungen und bedeutet gleichzeitig den Verlust von Heimat, Sicherheit und langfristiger Lebensplanung. Die Folgen dieser Entwicklung tragen nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch ihre Familien und ihr soziales Umfeld", so der LWL-Museumsleiter.

Am Ende können die Besucher selbst aktiv werden: In der Abteilung über die im Fernsehen so beliebten Doku-Soaps zu Auswanderern werden Gäste aufgefordert, ihre eigenen Vorstellungen und Auswandererträume zu Papier bringen und an eine Pinnwand zu stecken.

"Wanderarbeit" gehört zu einer Reihe von Ausstellungen, die das LWL-Industriemuseum mit seinen insgesamt acht Standorten in Westfalen-Lippe in den vergangenen Jahren zu verschiedenen Aspekten von Migration gezeigt hat. Die Präsentation in Lage ist als Wanderausstellung konzipiert. Weitere Stationen sind das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) und die Zeche Hannover in Bochum.

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