Kunstmuseum Solingen
42653 Solingen
Wuppertaler Straße 160

Paul Kleinschmidt (1883-1949) - Im Hinterzimmer der Schönheit

Laufzeit: 15. September 2013 bis 17. November 2013

Dünne Frauen mochte Paul Kleinschmidt nicht, Männer interessierten ihn nicht. Er malte nur Frauen, die seinem Schönheitsideal entsprachen. Frauen mit dicken Oberarmen, stämmigen Beinen in hautengen Stiefeln, Busen, die das Dekolleté fast sprengten und feisten
Wangen. Zwischendurch erhält man aber auch einen Blick auf Blumenvasen und Bäume.
Wenn nicht zwei seiner wichtigsten Förderer Kleinschmidt geradezu gedrängt hätten, auch Landschaften und Stillleben zu malen, hätte er sich diesen Sujets wohl gar nicht genähert.

Das erstaunlichste in dieser Ausstellung ist die Diskrepanz zwischen den Motiven und den Lebensumständen des 1883 geborenen Malers. 1908 und 1911 stellte er mit der Berliner Sezession aus. Kontakt hatte er mit seinem Vorbild Adolf von Menzel, Lovis Corinth schätzte ihn, mit Ludwig Meidner war er befreundet. Seine erfolgreiche Zeit im Berlin der 1920er Jahre, als ihn der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe in einem Atemzug mit van Gogh nannte, endete mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten. Kleinschmidts expressionistische Bilder wurden an den Pranger gestellt. Die Emigration nach New York, wo er bereits ausgestellt hatte, misslang. Er flüchtete quer durch Europa. Davon ist in seinen Bildern nichts zu spüren, nichts von der Armut, nichts von Angst und Verzweiflung.

Wo auch immer Kleinschmidt war - in Berlin, in der Schweiz, den USA, den Niederlanden, in Frankreich - malte er Szenen aus seiner Welt hinter den Kulissen von Bars, Nachtclubs, Revuetheatern und dem Zirkus. Sein Überleben verdankte er Mäzenen: den Ulmer Fabrikanten Martin und Wilhelm Bilger sowie dem New Yorker Fabrikanten Erich Cohn. Eine Serie von Gouachen entstand in den vierziger Jahren, als Kleinschmidt kein Geld für Ölfarben hatte.



Ein Teil seines Werks wurde kurz vor Kriegsende bei einem Bombenangriff zerstört. Weil seine Kunst bei der Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München und in anderen Ausstellungen diffamiert worden war, lehnte Paul Kleinschmidt Ausstellungsbeteiligungen auch nach 1945 ab.

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