Kunsthaus Stade
21682 Stade
Wasser West 7

Das (verlorene) Paradies. Expressionistische Visionen zwischen Tradition und Moderne

Laufzeit: 07. Februar 2015 bis 17. Mai 2015

Die Suche nach dem Paradies, nach Harmonie und Einklang des Menschen mit seiner Umwelt, bestimmte das Werk vieler Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hier lässt sich ein Schlüssel zum Lebensgefühl der Moderne finden. Das Thema des Paradieses zeugte von einer zukunftsfrohen positiven Erwartung an die ›moderne Welt‹. Mit der Apokalypse des Ersten Weltkrieges wandelte es sich zu einer Sehnsuchts- und Heilslandschaft.

Die Ausstellung im Kunsthaus Stade zeigt unterschiedliche expressionistisch künstlerische Ansätze, die sich innerhalb der avantgardistischen Strömungen individuell entwickelten. Herausragende Werke von August Macke, Franz Marc, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und zahlreichen anderen renommierten Künstlern der jungen, sich im Aufbruch befindlichen Generation zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigen sich mit dem Paradies-Thema, was diese Ausstellung erstmals deutlich macht.
Wie kaum ein anderes bot das Sujet die Möglichkeit, Sehnsüchte, Visionen und Utopien von einer idealen Welt darzustellen. Die abendländische Verbildlichung von Adam und Eva begegnet dem Besucher ebenso wie die Verlockung des modernen Paradieses der Großstadt. Der hemmungslose Fortschrittsgedanke durch Technisierung und Industrialisierung findet in vielen Kunstwerken dieser Zeit ein ›irdisches Paradies‹ in der Utopie von Stadt aber auch seine ›Hölle‹ durch die Entfremdung von der Natur, riesigen sozialen Probleme und Verelendung. Der drohende Verlust der Einheit von Mensch und Natur wird von vielen Künstlern in privaten Idyllen wie in einem modernen Garten Eden beschworen.

Die Brücke-Künstler finden ihre Zufluchtsorte an der Nord- und Ostsee. Motive wie Landschaften und Akte in der Natur wurden zum Ausdrucksträger für subjektive ›Landparadiese‹ der Künstler. Max Pechstein zieht es wie Nolde und Gauguin in ferne, scheinbar unberührte exotische Südseeparadiese.
Die Suche nach dem Paradies endete für viele Maler mit der Realität und der Traumatisierung des Ersten Weltkrieg. Macke fällt schon zu Beginn des Krieges 1914, Marc trifft es 1916 zahlreiche andere bedeutende Künstler kehrten nie zurück. Die Dichterin Else Lasker-Schüler schrieb 1916 in einem Nachruf über Franz Marc: „Der Blaue Reiter ist gefallen, ein Großbiblischer, an dem der Duft Edens hing.“

Katalog: Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.

Zur Museumseite: Kunsthaus Stade

Kategorien:
Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Stade |
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