KOSMOS – Digitale Botanische Kunst von Macoto Murayama

Laufzeit: 16. September 2015 bis 01. November 2015

Die botanischen Zeichnungen, Modelle und Projektionen von Macoto Murayama entstehen am Computer. Mit Hilfe neuester Technologien überführt der junge japanische Künstler die Tradition und das hohe handwerkliche Können der botanischen Illustration in das digitale Zeitalter. Mit wissenschaftlicher Präzision und Akribie beobachtet er die natürlichen Formen von Blüten. Danach setzt er seine Beobachtungen am Computer räumlich um. Für den Künstler stehen diese zum Teil akribisch beschrifteten „Botanischen Diagramme“ mit ihren mechanischen und architektonischen Anklängen keineswegs im Widerspruch zu den organischen Formen von Blüten.

Erste Einzelausstellung in Deutschland

Das Botanische Museum präsentiert mit rund 40 Arbeiten, darunter auch Videokunst, die erste Einzelausstellung von Macoto Murayama in Deutschland. Der Künstler setzt sich mit drei verschiedenen Formenkreisen auseinander: „Wirbeln“ aus übereinandergelegten Blütenformen; „Spiralen“ unterschiedlicher (Blüten)Blattstellungen miteinander; und „Blütenstände“, deren Verzweigungen er untersucht. Seine Arbeiten zeigen seinen akribischen Blick für Details, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren.



Klassische Technik, digital umgesetzt

Echte Pflanzen und Blüten sind die Vorbilder für Macoto Murayamas Arbeiten, wie beispielsweise Sonnenblume und Platterbse. Diese zerlegt er mit dem Skalpell in Einzelteile und untersucht sie unter der Lupe. Seine Beobachtungen dokumentiert Murayama mit klassischen Skizzen und Fotografien. Die Umsetzung in die digitale Ebene modelliert er mit der 3D-Software 3ds Max. Einzelne Elemente werden dann mittels Adobe Photoshop zu größeren Kompositionen angeordnet, auch werden Blüten verschiedener Pflanzenarten übereinandergelegt. Maßstäbe, Beschriftungen oder wissenschaftliche Namen ergänzen die Illustrationen. Murayamas großformatige Ausdrucke können als Botech Art bezeichnet werden, einer Symbiose aus Botanischer Kunst und Technologie.



Inspiriert von Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt ist für Macoto Murayama eine besonders wichtige Inspirationsquelle. Der Titel seiner Berliner Ausstellung – KOSMOS – spielt auf das gleichnamige berühmte fünfbändige Werk (1845-1862) des großen Naturforschers an. Die Schönheit und Harmonie des Kosmos ergab sich für Humboldt sowohl aus der exakten Beschreibung und Vermessung der bestehenden Naturphänomene, als auch aus dem organischen und faszinierenden Charakter des großen Ganzen. Macoto Murayamas Kunst greift diese zutiefst romantische Sichtweise auf und entwickelt aus dem wissenschaftlichen Anspruch der „Vermessung der Welt“ Arbeiten von suggestiver Anziehungskraft.



Macoto Murayama

Macoto Murayama wurde 1984 im japanischen Kanagawa geboren. Nach dem Bachelor-Studium in Spatial Design am Institut für Informationsdesign der Miyagi University wechselte er zum Institute of Advanced Media Art and Sciences im japanischen Ogaki-shi. Macoto Murayama wurde mit dem Asia Digital Art Grand Prix ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Japanese Association of Botanical Illustration. Bisher waren nur einzelne seiner Werke in Deutschland zu sehen; es ist nach Liverpool seine zweite Einzelausstellung in Europa.

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