Rosgartenmuseum
78459 Konstanz
Rosgartenstraße 3-5

Das Tägermoos - wo Konstanz zur Schweiz gehört

Laufzeit: 16. Juli 2016 bis 30. Dezember 2016

Die Ausstellung stellt ein wundersames deutsches Stück deutsch-schweizerischer Nachbarschaft vor: Auf Bildern früherer Künstler, auf einmaligen Fotodokumenten aus der Zeit um 1900 und in eindrückliche Aufnahmen der heutigen Fotografin Hella Wolff-Seybold. Kuriose Gerätschaften der frühen Technisierung der Landwirtschaft und zeitlos spannende Geschichten um kriegerische Eidgenossen, mutige Thurgauerinnen, gefährlichen Sülibirrenmost, das große Schmuggeln und die tägliche Arbeit im Feld illustrieren das wechselvolle Leben beidseits der Grenze.

Seit Jahrhunderten bestimmt die deutsche Stadt Konstanz über ein kleines Stück Schweiz mit: Das so genannte „Tägermoos“, ein 150 Hektar großes Grünland mit Gemüsefeldern, Gewächshäusern, einem Badeplatz am Rhein und Kleingärten jenseits der Landesgrenze. Diese paradiesisch gelegene Exklave gehört der Stadt, liegt aber auf Schweizer Staatsgebiet. Konstanzer Gemüsegärtner aus dem traditionsreichen Stadtteil Paradies bestellen Felder in der Schweiz, fahren ohne Ausweis über die Grenze und zahlen deutsche Steuern.
Grundlage dieses staatsrechtlichen Kuriosums ist bis heute ein Staatsvertrag aus dem Jahr 1831.Die Ursprünge dieser einmaligen Grenzverhältnisse liegen jedoch weit zurück. Vor etwas mehr als 500 Jahren verlor die freie Reichs- und Bischofsstadt Konstanz ihr natürliches Hinterland: Die kriegerischen Eidgenossen hatten den Thurgau besetzt und nach dem so genannten „Schwaben- oder Schweizerkrieg“ ihrem Herrschaftsgebiet endgültig einverleibt. Damit rückten die Grenzen der Eidgenossenschaft bis an die äußeren Stadtmauern von Konstanz heran. Die Stadt behielt jedoch ihr Eigentum und die einfachen Hoheitsrechte über ihr verloren gegangenes Hinterland. Das Tägermoos wurde „Untertan zweier Herren“ und damit eine Quelle jahrhundertlanger Konflikte. In zwei Weltkriegen entfremdeten sich die Nachbarn, das Tägermoos drohte Konstanz 1945 gar verloren zu gehen.
Weithin berühmt wurde das äußerst fruchtbare Schwemmland durch den Gemüsebau der Bauern aus dem Konstanzer Stadtteil Paradies: Kohlköpfe, Zwiebeln und anderes Gemüse wurden schon im 18. Jahrhundert auf die Märkte der Nord- und Ostschweiz verschickt. Geräucherte Felchen und Blässhühner aus dem Seerhein galten als Spezialität auf deutschen und Schweizer Bürgertischen. Bis heute sind die teils in Bio-Qualität angebauten Gemüse-Erzeugnisse sehr gefragt, nicht zuletzt als Bestandteil der berühmten „Biotta“-Säfte, die am Rande des Tägermoos produziert werden.
Unsere Ausstellung stellt dieses wundersame deutsche Stück deutsch-schweizerischer Nachbarschaft vor: Auf Bildern früherer Künstler, auf einmaligen Fotodokumenten aus der Zeit um 1900 und in eindrückliche Aufnahmen der heutigen Fotografin Hella Wolff-Seybold. Kuriose Gerätschaften der frühen Technisierung der Landwirtschaft und zeitlos spannende Geschichten um kriegerische Eidgenossen, mutige Thurgauerinnen, gefährlichen Sülibirrenmost, das große Schmuggeln und die tägliche Arbeit im Feld illustrieren das wechselvolle Leben beidseits der Grenze.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Südverlag Konstanz ein reich bebilderter Katalog, ca. 15,50 €

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Kategorien:
Kulturgeschichte |  Ausstellungen im Bundesland Baden-Württemberg | Ort:  Konstanz |
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