Kunstverein Passau e.V.
94032 Passau
Heiliggeistgasse 4 / St. Anna - Kapelle

ZWISCHEN ZEIT UND ORT - ERICH GRUBER (Malerei) | MAX HALLER (Skulptur) | ROBERT KAINDL-TRÄTZL (Grafik und Objekte)

Laufzeit: 24. Juni 2016 bis 24. Juli 2016

Bei der Wahrnehmung von Erich Grubers „grafischer Malerei“ entsteht eine Art „Bildrauschen“. Die Arbeiten setzen sich aus verschiedenen Bildteilen – kalligrafischen Zeichen und flächigen, abstrahierten Formen zusammen und bestehen aus mehreren Ebenen. Oft dient dem Künstler ein Schnittmuster als Malgrund, er arbeitet in Mischtechnik mit diversen Malmitteln wie Acryl, Tusche, Lack, Öl, Kohle, Blei, Steinmehl, Holz und Papier. Erst nach längerem Hinsehen lässt sich daraus die eigentliche „Bildinformation“ herauslesen, kann man beispielsweise die abstrahierten Formen eines Tieres erkennen. Gewissenhaftes Beobachten und das besondere Interesse an der Philosophie führten den Künstler vor 20 Jahren dazu, sich seither intensiv mit Frosch und Kröte und deren Sinnhaftigkeit auseinanderzusetzen.

Oft mit Widerwillen betrachtet und als niedere Tiere wahrgenommen, gehören Frosch und Kröte jedoch zu den ältesten Symboltieren, die in fast allen Kulturen mythologisch ausgedeutet wurden. Weil das Wesen in seiner Entwicklung die auffälligste Veränderung seiner Gestalt vollzieht, gilt die Anure als Metapher für die Wandelbarkeit, das Werden und Vergehen. Erich Gruber, Geboren 1953 in Straubing, 1974-1978 Studium der Erziehungswissenschaften
mit Wahlfach Kunsterziehung bei Prof. Hannes Weikert, 1974 Beginn der künstlerischen Tätigkeit, Seit 1976 waren seine Arbeiten in zahlreichen regionalen und überregionalen Ausstellungen zu sehen. Ausstellungsbeteiligungen führten ihn darüber hinaus nach Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, USA. Gruber lebt und arbeitet in Straubing und ist dort der 1. Vorsitzende der Gemeinschaft Bildender Künstler. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung.
Mit alltäglichen Materialien schuf der Plattlinger Bildhauer Max Haller eine neue Materialästhetik, führte sie zu einer Erweiterung der Form und zu einem kreativen Umgang mit der Dingwelt. Seine künstlerische Aufgabe war es, eine Gedankenspur zu figurieren, einem Inbild eine Gestalt zu geben, eine individuelle Vorstellung zu objektivieren, zum Objekt zu machen, also zu vergegenständlichen. Hallers Objekte haben häufig eine archaische Anmutung, wuchtig und zugleich sensibel. In lyrisch-poetischer Weise wird der Blick auf die Welt und die allem Sein zugrundeliegenden Elemente und Energien geschärft.
Seine Skulpturen beschäftigen sich mit Bewegung, Veränderbarkeit, mit Instabilität, Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit und damit auch mit Vergänglichkeit, eines der zentralen Themen, um die Max Hallers Werk kreist. Er selbst wurde zum tragischen Opfer dieser Endlichkeit: im Januar 2015 verunglückte er tödlich bei Holzarbeiten.
Maximilian Haller, 1955-2015, 1955 in Plattling geboren, absolvierte von 1980 bis 1982 eine Holzbildhauerlehre, bevor er von 1983 bis 1987 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Bildhauerei studierte. Seit 1988 war er als freischaffender Bildhauer auf dem historischen Singerhof (zwischen Plattling und Deggendorf) zuhause. Haller erhielt unter anderem ein Künstlerstipendium am Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach und wurde mit dem Kulturförderpreis Ostbayern der OBAG ausgezeichnet. Über Jahre hinweg war er 2. Vorsitzender der Deggendorfer Künstlergruppe.
Robert Kaindl-Trätzl arbeitet im Bereich von Malerei, Grafik, Objektkunst und Installation. Bei der Ausstellung im Kunstverein Passau steht das druckgrafische Werk des Künstlers im Fokus. Seine farbkräftigen Radierungen basieren auf akribischen Naturbeobachtungen, die er aus seinem direkten Umfeld filtert, aber auch auf Reisen durch Europa gewinnt. Auch archaische Zeichen und Symbole der Naturvölker finden Eingang in sein Werk.
Für den studierten Farb- und Lacktechniker spielt die Farbe eine wesentliche Rolle. Zahlreiche Druckvorgänge lassen ausdrucksstarke Grafiken von ungeahnter Tiefe und Dichte entstehen. Aus den verwendeten Druckplatten gestaltet Kaindl-Trätzl eigenständige Werke, Reliefs mit landschaftlichen Assoziationen und Objektkästen.
Robert Kaindl-Trätzl, 1941 geboren in München, 1955-58 Lehre als Maler und Vergolder
1963-68 Studium Farb- und Lacktechnik in München (Dipl.) 1975 Wohnsitz und Einrichtung eines druckgraphischen Ateliers bei Landshut 1983–1989 spezielle Studien der Druckgrafik am BBZ München (Mette) und an der Internationalen Sommerakademie Salzburg bei Uwe Bremer und Yoshi Takahashi. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1999 Kulturpreis Ostbayern und 2006 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland sowie Publikationen.

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