Painting to Remember | Zerstörte deutsche Synagogen - Gemälde von Alexander Dettmar

Laufzeit: 22. April 2018 bis 14. Oktober 2018

Mehr als 1.400 Synagogen wurden in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 und in deren Folge angezündet und niedergerissen. In fast allen deutschen Städten und Dörfern wurden die Zeugnisse jüdischen Glaubens und Gemeindelebens von den Nationalsozialisten zerstört, nur wenige konnten nach 1945 gerettet und restauriert werden. Im Historischen Museum Bamberg erinnert nun eine Ausstellung an die jüdischen Gotteshäuser.

Der Berliner Maler Alexander Dettmar beschäftigt sich seit 1994 mit diesen verlorenen Bauwerken und rekonstruiert sie in seinen Bildern. Dafür reist er durch ganz Deutschland, sammelt Archivmaterial und alte Abbildungen, trifft manchmal auch Zeitzeugen oder deren Angehörige, um die Synagogen in seinen Bildern wieder herzustellen.



Dettmars Synagogen erscheinen als starke, beinah wehrhafte Festungen innerhalb der städtischen Umgebung. Sie stehen im Fokus des Bildes, während angrenzende Häuser und Straßenzüge meist nur angedeutet werden. Ihre Architektur ist auf Grundformen reduziert; das Kolorit umfasst eine schmale Palette aus schmutzigem Weiß und erdigen Braun-, Grau- und Rottönen. Im Gegensatz zu den steinernen Vorbildern fehlt den gemalten Synagogen jeglicher Schmuck. Auch Menschen sucht man auf Dettmars Bildern vergeblich. Im Vordergrund stehen die Erinnerung an die Bauwerke und die Mahnung an ihre Zerstörung.



Die meisten Synagogen sind für immer verloren. An zu wenigen Orten erinnern Gedenktafeln an die Ereignisse vom November 1938. Das wollte Dettmar nicht hinnehmen und beschloss die Synagogen so zu malen, wie er zuvor schon viele noch heute existierende Kirchen gemalt hatte. Der bereits mehr als 150 Werke umfassende Zyklus, aus dem das Historische Museum Bamberg eine Auswahl zeigt, soll „die Vielgestaltigkeit, die Vertrautheit und die Bedeutung wiedergeben, die Synagogen einst für ihre Umgebung hatten und den ideellen Verlust zeigen“, beschreibt Dettmar seine Intention. Eine Auswahl davon präsentieren ab dem 22. April 2018 die Museen der Stadt Bamberg im Historischen Museum Bamberg. Sie zeigen zerstörte Synagogen aus dem gesamten Bundesgebiet, wie zum Beispiel Bamberg, Berlin, München oder Nürnberg. „Painting to Remember“ bildet so auch eine inhaltliche Ergänzung zur bestehenden Ausstellung „Jüdisches in Bamberg“. Die Bamberger Ausstellung ist mit knapp 80 Gemälden die bisher größte Präsentation zu diesem Thema. Laut Alexander Dettmar wird sie aller Voraussicht nach in diesem Jahr noch in Tel Aviv und Buenos Aires gezeigt werden.

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