Alfred Ehrhardt Stiftung
10117 Berlin
Auguststr. 75

Yamamoto Masao - Microcosm Macrocosm

Laufzeit: 15. September 2018 bis 23. Dezember 2018

YAMAMOTO Masao hat sich schon seit Jugendjahren nicht nur mit Fotografie, sondern auch mit Ölmalerei beschäftigt, bevor er sich später ganz der Fotografie als ein ideales Medium verschrieb, das in besonderer Weise Erinnerungen zu evozieren vermag. Er ist bekannt für seine kleinformatigen Silbergelatineabzüge, die er durch Tönung, Übermalung oder andere manuelle Eingriffe so bearbeitet, dass sie Objektcharakter erhalten und Reminiszenzen an Vergangenes mit sich führen. So divers seine Motive sind, stets kommt in seinen Bildern die durch den chinesischen Philosophen Laotse geprägte, demütige Auffassung zum Ausdruck, dass der Mensch nur ein kleiner Teil der Natur ist, die wiederum nur einen winzigen Teil eines immensen Kosmos darstellt. Durch Beobachtung all der kleinen Dinge um sich herum findet Yamamoto einen Schlüssel zum allumfassenden Charakter des Universums, den er auf Fotopapier festhält.

Für die Alfred Ehrhardt Stiftung bindet Yamamoto in seine installative Wandabwicklung ausgewählte Werke von Alfred Ehrhardt fast unscheinbar ein. Für ihn zählt besonders Ehrhardts "konstruktiver und struktureller Blick auf die Schönheit der Natur, der die Kunstformen der Natur als visuelles Archiv anlegt". Seine Arbeit demonstriert eine fundamentale Entsprechung zwischen Ehrhardts naturphilosophisch geprägter Weltsicht und seiner eigenen, japanischen Natursicht.

Zusätzlich zeigt Yamamoto Aufnahmen seiner Serie Shizuka (= gesäubert, rein, unbefleckt) von Fundstücken aus dem seinen Wohnort umgebenden Wald, in deren Mittelpunkt die Großartigkeit des vergessenen Teils der Natur steht; die gesammelten Wurzeln und Steine liegen verborgen zu den Füßen und in der Erde und tragen für ihn „wie kostbare Kleinode den friedlichen Atem der Natur in sich“. Und in der Serie Bonsai Microcosm Macrocosm setzt Yamamoto die 100 oder gar 200 Jahre andauernden Zwiegespräche zwischen Bonsai-Bäumchen und Bonsai-Meistern auf direkte Weise fort. Dieses Œuvre spiegelt sowohl das Mysterium eines kleinen, verdichteten Universums, welches man gewissermaßen in der Hand halten kann, als auch das Mysterium des für menschliche Sinne unermesslich großen Universums wider.

Zur Museumseite: Alfred Ehrhardt Stiftung

Kategorien:
Fotografie | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Berlin | Ort:  Berlin |
Vergangene Ausstellungen
2019 (1)
2018 (3)
2017 (5)
2016 (5)
2015 (5)
2014 (4)
2013 (5)
2012 (4)
2011 (5)
2010 (1)
Änderungen / Ausstellungen melden

Sie wollen Änderungen oder Ergänzungen zu Alfred Ehrhardt Stiftung mitteilen?

 Ausstellung melden  Ausstellungsbild senden  Museumsbild senden  Andere Änderungen  10 Highlights zeigen
Ausstellungsempfehlungen aus anderen Museen
Abbildung: Blick in die Ausstellung © Fichtelgebirgsmuseum
Eine geglückte Suche nach der Identität – Das Vermächtnis Toni Diessls für Franzensbad
Fichtelgebirgsmuseum
Wunsiedel
15.06.2021 bis 15.10.2021
Von Franzensbad nach Bayern und wieder zurück. Diesen Weg legten die Badegläser, Porzellanteller, Möbelstücke und Trachtenschmuck, in unserer aktuellen Ausstellung zurück. Diese sind Teil des Nac...
Abbildung: Hablik Fische 1911 © Wenzel-Hablik-Stiftung
„Die Hauptsache dabei ist Fantasie“ - Wenzel Hablik. Tuschemalerei
Wenzel-Hablik-Museum
Itzehoe
04.07.2021 bis 07.11.2021
Als Maler, Grafiker, Kunsthandwerker, Innenarchitekt, Visionär und Vertreter des Gesamtkunstwerks hat der Itzehoer Künstler Wenzel Hablik (1881–1934) ein beeindruckend vielseitiges und umfangreich...