Kampf um Sichtbarkeit
Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Laufzeit: 23. Mai 2021 bis 05. September 2021  

In Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz widmet sich das Ausstellungszentrum Gut Altenkamp in der ersten Ausstellung des Jahres Künstlerinnen und ihrem Kamp um Sichtbarkeit im 19. Jahrhundert.
Die Ausstellung zeigt fast 60 malerische und bildhauerische Werke aus 140 Schaffensjahren. Darunter bekannte Größen wie Caroline Bardua, Käthe Kollwitz oder Paula Modersohn-Becker. Andere Werke aus dem Bestand der Nationalgalerie werden das erste Mal außerhalb Berlins zu sehen sein, so die Werke der in Paris erfolgreichen Salonmalerin Friedrike O’Connell oder der früh verstorbenen Landschaftsmalerin Marie von Parmentier. Darüber hinaus werden Skulpturen und Plastiken von Julie Genthe und der international erfolgreichen Tierplastikerin René Sintenis sowie der norwegischen Bildhauerin Ambrosia Tønnesen präsentiert. In ihrer Vielfalt leisteten die Künstlerinnen einen wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen ihrer Zeit.

Vor rund 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. 1919, als Frauen in der Weimarer Republik erstmals wählen durften, fiel auch die geschlechtsabhängige Beschränkung. Erst die unumkehrbaren politischen Umwälzungen nach dem Ersten Weltkrieg und die jahrelangen beharrlichen Proteste der Künstlerinnen hatten auch Frauen in Berlin die gleichberechtigte Teilhabe an einer akademischen Künstlerausbildung ermöglicht.
Doch ungeachtet aller Widrigkeiten gab es schon zuvor zahlreiche erfolgreiche Künstlerinnen, von denen heute viele in Vergessenheit geraten sind. Daher richtet sich der Blick in dieser Ausstellung auf jene Malerinnen und Bildhauerinnen, die es schon vor 1919 in die Kunstöffentlichkeit geschafft und deren Werke Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie in Berlin gefunden haben.
Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einigen wenigen Frauen eine exzeptionelle Karriere innerhalb eines vorwiegend männlichen Kunstbetriebs, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen im Konkurrenzverhältnis einer stetig wachsenden Künstlerschaft ab der Jahrhundertmitte. In ihrem „Kampf um Sichtbarkeit“ engagierten sie sich in künstlerischen Vereinigungen, erkämpften sich Ausstellungsmöglichkeiten und zunehmend auch die Aufmerksamkeit wichtiger Förderer und die damit verbundene Aufnahme in bedeutende Sammlungen.

Kategorien:
Kunst | Kunstgeschichte | 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Papenburg |
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