Panorama Museum
06567 Bad Frankenhausen
Am Schlachtberg 9

Maurizio Bottoni – Ecce Pictura

Laufzeit: 08. Oktober 2005 bis 15. Januar 2006

Malerei ist wieder gefragt, figurative Malerei, Gegenständlichkeit, Wirklichkeitssinn. Tradition gilt nicht länger als Fessel der Vergangenheit. Im Gegenteil. Klassiker der Kunst werden neu entdeckt, sind Inspirationsquelle, Qualitätsmaß und künstlerische Herausforderung.

Das gilt in besonderer Weise auch für den Italiener Maurizio Bottoni, geboren 1950 in Mailand. Zum ersten Mal ist nun eine Überblicksschau seines Werkes in Deutschland, im Panorama Museum von Bad Frankenhausen, zu sehen. Gezeigt werden 120 Arbeiten aus mehr als 25 Schaffensjahren, darunter nahezu alle klassischen Genre vom Stillleben über die Landschaft bis zu Tierbildern, Rasenstücken und Porträts. Neben vollendet ausgeführten Malereien in Eitempera und Öl stehen höchst feinsinnig ausgearbeitete Tier- und Pflanzenstudien auf Pergament oder Papier. Eine Sonderstellung im Schaffen des Künstlers kommt zweifellos aber der vergleichsweise kleinen Gruppe stark emblematischer Bilder zu, Gemälden wie „Vanitas“ (2005) oder „Ecce Pictura“ (2003), einem Autoporträt im abgeschlagenen Haupt von Johannes dem Täufer (oder aber des Holofernes), oder auch „Der tote Christus“ (2004), einer Variation zu Mantegnas gleichnamigem Bild aus der Mailänder Pinacoteca di Brera, ein Gemälde, das in seiner schonungslosen Zurschaustellung des völlig nackten Corpus Christi als gemeine Leiche absolut provoziert und die Kritik massiv herausgefordert hat.



Maurizio Bottoni ist künstlerisch gesehen Autodidakt. Er besuchte zwar für kurze Zeit die Akademie, wandte sich, enttäuscht vom Profil der Ausbildung, jedoch bald von ihr ab, um sich durch intensive Auseinandersetzung mit den großen Kunstleistungen der Vergangenheit selbst das notwendige Wissen anzueignen. Jahrelang hat er in den Museen in Italien und anderswo die Alten Meister studiert, ihre Malweise, ihre Pinseltechnik und den Einsatz der verschiedenen Pigmente und Grundierungsmittel. Früh vermochte er so ein ausgefeiltes Schichtverfahren zu entwickeln, das sonore Tiefen dunkler Töne mit einer enormen Leuchtkraft lichter Farben kombiniert. Die minutiöse, technisch anspruchsvolle Ausführung der Gemälde, die durchaus auch größeres Format haben können, bedingt, dass nur relativ wenige Bilder pro Jahr entstehen, selbst wenn in der Regel an zwei bis drei Werken gleichzeitig gearbeitet wird. Gleichwohl ist über die Jahre ein Œuvre gewachsen, das in der zeitgenössischen Kunst kaum Vergleichbares hat. Maurizio Bottoni gehört keiner Schule an und hat auch keine solche begründet. Selbst in Italien gilt er als Ausnahmefall und unverwechselbarer Einzelgänger, dessen künstlerische Wurzeln weniger im eigenen Land als nördlich der Alpen, in der deutschen und niederländischen Kunst, zu suchen sind. Doch auch bodenständige, vor allem lombardische, und spanische Traditionen sind in seinem Werk präsent.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit Farbabbildungen aller ausgestellten Arbeiten und Texten in Deutsch und Italienisch von Alberto Agazzani, Flavio Arensi, Vladek Cwalinski, Rosaria Fabrizio und Gerd Lindner.

Zur Museumseite: Panorama Museum

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Thüringen | Ort:  Bad Frankenhausen |
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