Haus Peters
25882 Tetenbüll
Dörpstraat 16

Gesche Tietjens liest Horst Janssen

Laufzeit: 09. September 2007 bis 09. September 2007

Gesche Tietjens (1943), von 1969 bis 1972 Lebens- und Arbeitsgefährtin von Horst Janssen, liest aus Reisebeschreibungen, Tagebuchaufzeichnungen, Liebesbriefen und Texten

Gesche Tietjens liest Horst Janssen

„Allein bin ich gut. Zu zweit bin ich eine Katastrophe. Ich kann nicht allein sein.“ Der Künstler Horst Janssen (1929-1995), mit dem Gesche Tietjens von 1969 bis 1972 eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft eingegangen war, steht im Mittelpunkt dieser Lesung. Die zierliche und dynamische Frau, selbst ausgebildete Grafikerin, deren jüngste „Malerische Zeichnungen“ derzeit im Haus Peters ausgestellt werden, liest aus vier Büchern, die nach dem Tod des Künstlers entstanden sind.
1968 lernte die 26jährige Gesche Tietjens den Hamburger Künstler kennen. Ihre Naturverbundenheit war für Janssen etwas Ungewohntes und inspirierte ihn zu neuen Inhalten. Er begann, realistisch zu zeichnen und die Landschaft als zentrales und „lohnendes“ Motiv in den Mittelpunkt seiner Zeichnungen und Radierungen zu rücken. Nicht nur die unmittelbare Umgebung der Elbmarschen vor Hamburg durchstreiften sie gemeinsam, sondern unternahmen ausgedehnte Reisen nach Skandinavien und ins Tessin. Diese gemeinsame Zeit nannte Janssen die vier „Landschaftsjahre“, die für ihn ungeheuer produktiv waren.
In den Büchern „Skandinavische Reise“ (2001) und „Minusio. Reise nach Italien und in die Schweiz“ (2002) wird an diese Unternehmungen erinnert. Immer dabei waren die mobile Zeichenwerkstatt und der Fotoapparat. Die ausgewählten Texte, Tagebuchaufzeichnungen und Landschaftsskizzen zeigen Janssen als scharfsinnigen Künstler und Literaten.
Während ihrer Liebesbeziehung und auch später schrieb Janssen an Gesche rund 100 Briefe, die sie als „Sirenenbriefe“ und „seismografische Aufzeichnungen Janssens“ charakterisiert. Sie wurden von ihr unter dem Titel: „Ach, Liebste, flieg mir nicht weg“ (2004) zusammengefasst. Diese Briefe sind poetisch, verspielt, zärtlich, geistreich, exzentrisch, mitunter kauzig - und „spiegeln somit Janssens Charakter sehr treffend“, wie sie dazu anmerkt. Gemeinsam mit den zahlreichen Zeichnungen und unbekannten Fotos vermitteln sie das Bild einer außergewöhnlichen Beziehung, einer dramatischen und dann zerbrechenden Liebe, die in eine tiefe Freundschaft mündete und erst mit demTod Janssens 1995 beendet wurde.
Schon mit diesem Buch machte Gesche Tietjens deutlich, mit welcher genialen Doppelbegabung Janssen ausgestattet war, dass sie sein schriftstellerisches Werk für ebenso bedeutend hält wie sein zeichnerisches. So war es folgerichtig, dass sie in dem vierten Buch „Summa summarum. Ein Lebenslesebuch“ (2006) Janssen als exzellenten Schriftsteller herausstellt. Das mit Selbstporträts illustrierte Buch enthält Texte zu seiner exzentrischen Lebensweise und zu seiner Zeichenkunst.
Im vorigen Jahr hatte die wohl wichtigste Lebensgefährtin Janssens, die ihn am besten kannte, an gleicher Stelle bereits demonstriert, wie gekonnt sie vortragen kann: ganz natürlich, mit Hamburger Zungenschlag, in kraftvollem Tempo und mit ausdrucksstarker Gestik. Es macht ungeheure Freude, ihr zuzuhören und zuzusehen. Auf ihre neue Textauswahl sind wir sehr gespannt.

Sonntag, 9. September 2007
11 Uhr Führung durch Haus und Garten (Brigitta Seidel)
15 Uhr Gesche Tietjens liest Horst Janssen
Haus Peters
Dörpstraat 16
25882 Tetenbüll
Infos unter: 04862-681
www.museen-sh.de/inst.php?inst=185

Zur Museumseite: Haus Peters

Kategorien:
Literaturgeschichte |  Ausstellungen im Bundesland Schleswig-Holstein | Ort:  Tetenbüll |
Vergangene Ausstellungen
2016 (1)
2015 (2)
2014 (1)
2013 (2)
2012 (4)
2011 (5)
2010 (6)
2009 (7)
2008 (5)
2007 (7)
2006 (8)
2005 (4)
2004 (3)
2003 (6)
2002 (5)
2001 (4)
Änderungen / Ausstellungen melden

Sie wollen Änderungen oder Ergänzungen zu Haus Peters mitteilen?

 Ausstellung melden  Ausstellungsbild senden  Museumsbild senden  Andere Änderungen  10 Highlights zeigen
Ausstellungsempfehlungen aus anderen Museen
Abbildung: Ausschnitt Triptychon mit Einhornverkündigung, Erfurt um 1430 © Foto: Klassik Stiftung Weimar | Rechte: Mühlhäuser Museen
Von Einhörnern und Drachentötern – Mittelalterliche Kunst aus Thüringen
Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche
Mühlhausen
13.11.2018 bis 15.11.2030
Die Schau zeigt vom vollständigen Altarwerk bis zu einzelnen Gemälden und Heiligenskulpturen über 60 Werke bzw. Werkgruppen in der bislang umfangreichsten Exposition mittelalterlicher Bildwerke aus...
Abbildung: Trachtenmädchen mit SA-Männern im Konstanzer Hafen, um 1935 © © Rosgartenmuseum Konstanz
Konstanz im Nationalsozialismus. 1933 bis 1945
Rosgartenmuseum
Konstanz
25.06.2022 bis 08.01.2023
Der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und der singuläre Völkermord an den europäischen Juden und anderen Minderheiten liegen für jüngere Menschen in fernster Vergangenheit. Auch die meist...