Carmen Sylva 1843-1916 – Eine Königin aus Neuwied

Laufzeit: 03. September 2016 bis 06. November 2016

Am 2. März 1916 - mitten im Ersten Weltkrieg - starb in Bukarest 72-jährig die rumänische Königin Elisabeth, eine geborene Prinzessin zu Wied. Anlässlich der 100. Wiederkehr des Todestages dieser bemerkenswerten und zu der damaligen Zeit überaus bekannten Persönlichkeit möchte das Roentgen-Museum mit dieser Sonderausstellung erinnern. Für die Präsentation konnten zahlreiche Leihgaben, hierunter Gemälde, Fotografien, Schmuckstücke, Bücher, Dokumente und noch weitere, auch ganz persönliche Gegenstände von Carmen Sylva, wie sich die Königin als Schriftstellerin und Dichterin selbst nannte, zusammengetragen werden. Diese Kostbarkeiten, die teils zum ersten Mal präsentiert werden, geben einen Einblick in das Leben und Wirken der Königin, vor allem während ihrer Aufenthalte in ihrer rheinischen Heimat.

In Neuwied 1843 als Tochter des Fürsten Hermann und der Fürstin Marie zu Wied geboren, wuchs sie in den Schlössern Neuwied und Monrepos in einem kulturell sehr interessierten und politisch liberalen Umfeld auf. Dort und während der Aufenthalte der Familie in Bonn lernte sie schon früh Persönlichkeiten wie den Schriftsteller, Freiheitskämpfer und Professor für Geschichte an der Bonner Universität Ernst Moritz Arndt, den Düsseldorfer Maler Carl Ferdinand Sohn oder auch den preußischen Thronfolger, Prinz Friedrich Wilhelm, nachmaliger Kaiser Friedrich III., kennen. 1869 heiratete sie dessen Freund, den Fürsten und späteren König Carol I. von Rumänien.

In Bukarest wurde Carmen Sylva vor allem mit ihrem sozialen und kulturellen Engagement eine bedeutende Regentin und mit ihrem Öffentlichkeitswirken eine Art Botschafterin für den noch jungen Staat Rumänien. Sie widmete sich der Verbesserung des Bildungswesens, insbesondere für junge Mädchen, und förderte Künstler, so auch Rumäniens bedeutendsten Komponisten George Enescu. Ihre Fürsorge galt vor allem den Blinden, für die sie die Blindenkolonie „Vatra Luminoasa“ (Leuchtender Herd) gründete.

Nach dem frühen Tode ihrer Tochter Maria fand sie in der Dichtkunst Trost und Ablenkung. Ihre Gedichte, Novellen, Märchen, Romane, Essays und Aphorismen veröffentlichte sie in zahlreichen Büchern, teils bis zur 6. Auflage. Den Erlös daraus verwendete sie für ihre sozialen Projekte.

Die in der Ausstellung gezeigten Objekte konnten dank des großzügigen Entgegenkommens der Leihgeber zusammengetragen werden, darunter das Fürstliche Haus Wied, das Fürstlich Wiedische Archiv in Neuwied, das Stadtmuseum Bonn sowie zahlreiche Privatsammler.

Mit diesen ausgestellten Kostbarkeiten möchte das Roentgen-Museum an das beeindruckende Leben der außergewöhnlichen Persönlichkeit Carmen Sylva erinnern und den Besucher in eine Zeit mitnehmen, in der die rumänische Königin Elisabeth nicht nur für ihre neue Heimat, sondern auch für Neuwied eine bedeutende Rolle spielte und sicher immer noch spielt.

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