Friedrich August von Kaulbach (1850–1920) als Zeichner

Laufzeit: 06. Mai 2017 bis 09. Juli 2017

Das zeichnerische Werk des Malerfürsten, der aus Arolsen stammenden Malerfamilie, steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Friedrich August von Kaulbach, 1850 in München geboren, war ein Sohn und Schüler des Hannoveraner Hofmalers Friedrich Kaulbach und Großneffe des Historien- und Porträtmalers und Illustrators Wilhelm von Kaulbach.

Friedrich August von Kaulbach besuchte die Kunstschule in Nürnberg, ging dann an die Münchner Akademie. Studienaufenthalte führten ihn nach Italien und Paris. 1877 reiste er zusammen mit seinen Münchner Freunden Franz von Lenbach, Hans Makart, Lorenz Gedon und Karl Wilhelm Hecht zur Rubensfeier nach Antwerpen. 1886 ließ er sich in München nieder und wurde als Nachfolger Karl Theodor von Pilotys Akademiedirektor und vom Prinzregenten geadelt. Um sich frei seiner Arbeit widmen zu können, legte er 1891 dieses Amt nieder.

Im Jahr 1893 zum zwanzigjährigen Jubiläum der Künstlervereinigung „Allotria“, zu deren Gründungsmitgliedern Friedrich August von Kaubach gehörte, wurden seine Karikaturen zur Münchner Kunstszene, erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Stilistisch verband er die Kunst Makarts und der französischen Malerei mit der Schulung an den alten Holländern. Er war ein hoch geschätzter Maler seiner Zeit und porträtierte das wohlhabende Münchner Bürgertum, Vertreter des europäischen Hochadels, der internationalen Finanzwelt sowie der Theater- und Kunstwelt. Er residierte wie Franz von Lehnbach in seiner Münchner Villa als „Malerfürst“.
Am 26. Januar 1920 starb er in seinem Sommeratelier in Ohlstadt bei Murnau.

In der monographisch ausgerichteten Ausstellung werden Zeichnungen Friedrich August von Kaulbachs aus unterschiedlichen Themenbereichen und Techniken gezeigt. Ausgeführte Zeichnungen, Entwürfe, Skizzen und Studien zu den Themen Porträt, Landschaft, Tieren, Händen, Porträtskizzen aus der Familie sowie Karikaturen führte Kaulbach in Bleistift, Kreide, Tusche, Rötel, Aquarell oder Gouache aus. Die Blätter wurden aus dem Nachlass des Künstlers ausgewählt und sind zum größten Teil der Öffentlichkeit bisher verborgen geblieben. Sie beweisen eine hohe künstlerische Qualität und im Bereich der Karikatur einen feinen, stillen Humor.

Kategorien:
Kunst | 19. Jahrhundert | Handzeichnung |  Ausstellungen im Bundesland Hessen | Ort:  Bad Arolsen |
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