Städtisches Museum
78234 Engen
Klostergasse 19

Sinn der Sinne.- Mit den Händen sehen - mit den Augen tasten.

Laufzeit: 06. November 2004 bis 13. Februar 2005

Was sieht der Mensch, wenn er nicht sieht? Dieser scheinbar paradoxen Frage geht die Ausstellung auf den Wahrnehmungs-Ebenen des Sehens, Tastens und Hörens nach. Die Besucher können auf ihrer Entdeckungsreise im Medium der Kunst ganzheitliche intellektuelle und emotionale Sinneserlebnisse, den Sinn der Sinne erfahren.

Das Kernstück der Ausstellung bilden die Werke des Frankfurter Künstlers Klaus Schneider. In seinen "schwarzen Bildern" des Louvre-Projektes wird dem Sehenden das Nicht-Sehen anhand von berühmten Bildern aus den Museen der Welt (z.B. Leonardo da Vincis Mona Lisa, Albrecht Dürers Selbstbildnis mit Distel usw.) assoziativ vor Augen geführt. Der Pariser Louvre als das weltbekannte Museum alter Meister steht im Titel stellvertretend für alle "Weltmuseen".

Die Bilder werden in ihrem Originalformat als schwarze Fläche realisiert. Lediglich die kunsthistorische Beschreibung des Bildes befindet sich in Blindenschrift (Braille) auf der Bildfläche.

Die Arbeiten sind in der Technik der Hinterglasmalerei erstellt, der Betrachter ist durch die starke Spiegelung selbst im Bild, sieht vor allem sich selbst, nur gestört durch die Braillepunkte. Bildtitel, Text und die Originalabbildung befinden sich als kleines "Bilderschild" neben der schwarzen Umsetzung in der Ausstellung, so dass sich der Betrachter durch ausreichende Sekundärinformationen orientieren und in Bezug setzen kann.

In den daran anschließenden Fotoarbeiten werden - u.a. durch künstlerisch verfremdete Porträtaufnahmen- äußerer und innerer Gesichtssinn eindrücklich ins Bild gesetzt. Der Betrachter sieht die hier gezeigten Fotoarbeiten in ihrer materiellen Präsenz. Zugleich wirken sie durch ihre Verschwommenheit wie Erinnerungsbilder, traumartige Assoziationen, Dejà-vus. Die Titel zu den jeweiligen Arbeiten in Braille setzt der Künstler buchstäblich "ins Bild". Die Punktestruktur der Blindenschrift und die Bilddarstellung verschmelzen dadurch zu einer einheitlichen Text/Bild - Komposition. Die Bedeutung der Brailleschrift wird für den mit Blindenschrift nicht vertrauten Betrachter erst in der Bildbezeichnung nachvollziehbar. Kurze poetisch-philosophische Texte wie z.B. sicht und sinn dienen hier nicht nur als Übersetzung der Blindenschrift; sie schaffen zugleich eine zusätzliche, die Reflexion des Betrachters stimulierende Bedeutungsebene.

Die Werke von Klaus Schneider thematisieren das menschliche Seh- und Wahrnehmungsvermögen im Medium des Bildes als Möglichkeit der reflexiven, ästhetischen Betrachtung. Demgegenüber erhält der Besucher im zweiten Teil der Ausstellung die Möglichkeit, Kunstwerke und Objekte nicht visuell, sondern tastend, also haptisch und assoziativ zu erfahren.

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Kategorien:
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