250 Jahre Friedberger Fayencen (1754-1768)

Laufzeit: 24. Oktober 2004 bis 28. März 2005

Die Fayencemanufaktur im Friedberger Schloss hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine klar umrissene Vielfalt an Formen und Dekoren hervorgebracht, die heute noch Bewunderung und Wertschätzung hervorrufen. Die größten Schätze an Friedberger Fayencen besitzen das Friedberger Museum und das Bayer. Nationalmuseum München. Daneben befinden sich aber auch Objekte in den Sammlungen von Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Mannheim, Nürnberg, Salzburg, Würzburg und dem Viktoria & Albert Museum in London.
Anlässlich des 250. Gründungsjubiläums der Friedberger Fayencemanufaktur werden aus den nahe gelegenen Museen von Augsburg und München sowie aus Privatbesitz wertvolle Leihgaben für die Dauer einer Sonderausstellung nach Friedberg zurückkehren.

Gründer der Manufaktur im Schloss Friedberg war der Wittelsbacher Kurfürst Maximilian III. Joseph. Er erwartete sich von einer „churfürstlich privilegierten Porzelain farbrique“ eine Möglichkeit, sein Ansehen zu festigen und vor allem die staatliche Finanzkraft zu stärken. Zu einer geordneten wirtschaftlichen Organisation hin war auch ein technischer und künstlerischer Leiter erforderlich, den der Kurfürst in Joseph Hackl fand, der bereits vorher einschlägige Erfolge in den Manufakturen von Göggingen und Augsburg gesammelt hatte. Als Keramikfachmann leitete er die Manufaktur in Friedberg von 1754 bis 1758. Nach Hackls Ausscheiden wurde diese im Schloss bis zum Jahre 1768 weitergeführt, als der Kurfürst wegen Unrentabilität die Schließung verfügte. In einer Lotterie wurden die restlichen Bestände veräußert.

In Friedberg wurde Tafelgeschirr hergestellt. Das Material bestand aus einem weich brennenden Ton, der eine weiß deckende Zinnglasur erhielt, die meist mit Scharffeuerfarben, zum geringen Teil auch mit Muffelfarben, bemalt wurde. Die Fayence sollte als Ersatz für das aus China teuer importierte Porzellan dienen. Sie wurde zur Zeit ihrer höchsten Vollendung von der europäischen Porzellanproduktion verdrängt. Bereits seit 1753 verarbeitete man in Nymphenburg das „weiße Gold“.

Der Dekor auf Friedberger Krügen, Tellern, Platten, Terrinen, Kaffee- und Teekännchen sowie Vasen umfasst „indianische Blumen“, „indianischen Blumensumpf“, deutsche Blumen und Insekten und figürliche Darstellungen.

In der Sonderausstellung werden die Produkte des kostbaren Kunsthandwerks aus der „Friedberger Zeit“ des 18. Jahrhunderts im Ambiente des Entstehungsortes als ein Glanzpunkt im Wittelsbacher Land präsentiert.

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